SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

20. Juni 2017, 13:57 Uhr

SPON-Wahltrend

SPD fällt auf schlechtesten Wert seit Ende Januar

Kanzlerkandidat Martin Schulz gelingt die erhoffte Trendwende in den Umfragen nicht: Beim SPON-Wahltrend holt die SPD erneut schlechte Zahlen.

"Augenwischerei" und "Armutszeugnis": Industrie und natürlich die Union kritisieren das am Montag vorgestellte Steuerkonzept von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Im Wahlprogramm soll es entscheidend dafür sorgen, bei der Bundestagswahl im Herbst gegen Angela Merkel zu gewinnen.

Ob die Steuerpläne die Chancen der Sozialdemokraten verbessern könne, bleibt abzuwarten. Die Ausgangslage allerdings ist denkbar schlecht. Denn im aktuellen SPON-Wahltrend, der in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey erhoben wird, kommt die SPD (Vorwoche 24,4 Prozent) nur noch auf 23,1 Prozent. So niedrig lag sie zuletzt Ende Januar. Die Befragung wurde zwischen dem 17. und 20. Juni erhoben, zum größten Teil also vor der Präsentation des Steuerkonzepts.

Für den SPON-Wahltrend befragen wir Sie zu Ihrer Parteipräferenz - und regelmäßig auch zu aktuellen politischen Debatten.

Beim SPON-Wahltrend und anderen Civey-Umfragen kann jeder Nutzer mitmachen, die Ergebnisse sind für ganz Deutschland repräsentativ. Am Ende dieses Artikels erfahren Sie mehr zur Methodik. Dort können Sie die Sonntagsfrage auch selbst beantworten.

Wir wollten wissen: Welche Partei würden Sie wählen? So haben Sie abgestimmt.

1. Minimale Schwankungen bei CDU und CSU

Seit Anfang Mai erreicht die Union damit beim SPON-Wahltrend konstant Werte um die 37 und 38 Prozent. In der vergangenen Woche verloren CDU und CSU noch 1,2 Prozentpunkte, doch jetzt legen sie 1,1 Prozentpunkte zu und kommen damit auf 37,6 Prozent.

Zwischen Union und SPD liegen nun 14,5 Prozentpunkte. Das sind 2,4 Prozentpunkte mehr als zuletzt.

Bei den Befragungen der vergangenen drei Wochen waren die Verluste der Sozialdemokraten geringer ausgefallen. Doch jetzt sackt die SPD durch den Wert von 23,1 Prozent wieder deutlicher ab.

2. Grüne können AfD überholen

FDP (9,1) und Linke (9) liefern sich weiter ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den dritten Platz. Die Grünen verbessern sich um 0,3 Prozentpunkte und liegen jetzt bei 8 Prozent. Sie können damit die AfD überholen. Die Rechtspopulisten büßten 0,7 Prozentpunkte ein und liegen damit (wenn auch knapp) mit 7,8 Prozent auf dem "letzten Platz" - zum ersten Mal seit Beginn der Erhebung des SPON-Wahltrends.

3. Was wissen die Deutschen über das Programm der Grünen?

Die Grünen haben in der vergangenen Woche ihr Programm für die Bundestagswahl vorgestellt und versuchen unter anderem mit der Ehe für alle zu punkten. In einer gesonderten Umfrage ging es deshalb um die Resonanz auf den Parteitag.

Umso ernüchternder fällt das Ergebnis aus: Zwar erklärten 47,7 Prozent, eine Vorstellung von den Regierungszielen der Partei zu haben. Aber 46,9 Prozent verneinen dies. Dass fast 90 Prozent der Grünen-Anhänger angeben, die Ziele zu kennen, ist nicht so überraschend.

Interessanter ist, dass fast ein Viertel der AfD-Anhänger (23,9 Prozent) auf die Frage nach den Kenntnissen über die Ziele der Grünen mit "Ja, auf jeden Fall" antwortet.


Anmerkungen zur Methodik: Der SPON-Wahltrend wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 17. Juni bis zum 20. Juni 2017 online erhoben. Die Stichprobe umfasste 10.091 Befragte. Für die zweite Umfrage zu den Grünen wurden zwischen dem 18. und 20. Juni 2017 insgesamt 5088 Menschen befragt. Der statistische Fehler lag bei beiden Ergebnissen bei 2,5 Prozent.

Im Wahljahr befragen SPIEGEL ONLINE und Civey regelmäßig Leserinnen und Leser zu aktuellen politischen Themen. Stimmen Sie hier ab - den aktuellen Stand sehen Sie sofort, wenn Sie teilgenommen haben.

als

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung