SPD-Urwahl Ute Vogt fordert Teufel heraus

Mit der 35-jährigen Ute Vogt wird Baden-Württembergs SPD in der Landtagswahl gegen CDU-Ministerpräsident Erwin Teufel antreten. Die Landeschefin setzte sich in einer Urwahl gegen Staatssekretär Siegmar Mosdorf durch.


Die Gewinnerin: Ute Vogt
AP

Die Gewinnerin: Ute Vogt

Stuttgart - Die Rechtsanwältin Vogt gewann mit 66,7 Prozent der Stimmen gegen Mosdorf, 48, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, der auf 33,3 Prozent kam. Die 51.000 Genossen im Südwesten hatten zum ersten Mal die Möglichkeit, direkt zu entscheiden, wer Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) bei der Landtagswahl herausfordert. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,73 Prozent.

Die Pforzheimer Bundestagsabgeordnete führte ihren Erfolg auf die kontinuierliche Arbeit seit ihrem Amtsantritt als Landesvorsitzende vor gut einem Jahr zurück. Vogt kündigte eine scharfe politische Auseinandersetzung mit Teufel an. Dabei werde die Bildungspolitik im Vordergrund stehen. Außerdem werde sie herausstreichen, wie der Regierungschef durch seine Weigerung einer Zusammenarbeit mit dem Bund dem Land schade. Auf eine Koalitionsaussage legte sich Vogt nicht fest. Sie sagte, sie könne sich mit verschiedenen Parteien ein Bündnis vorstellen. Auch eine Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen sei für sie denkbar.

Mosdorf sagte zu seiner Niederlage, er habe sich relativ spät dem Wettbewerb gestellt. Vogt habe den Vorteil gehabt, in den Kreis- und Ortsverbänden schon sehr bekannt zu sein. Der Wettstreit um die Spitzenkandidatur habe sich aber gelohnt. Die SPD habe gezeigt, dass sie eine lebende Volkspartei sei.

CDU-Fraktionschef Günther Oettinger sagte, mit der deutlichen Niederlage Mosdorfs zeige die Südwest-SPD, wie wenig Bedeutung sie den Themen Wirtschaft, Technologie- und Arbeitsmarktpolitik beimesse. Die CDU habe eine gute Ausgangslage, um mit Teufel in die Wahl zu ziehen. Der Landesvorsitzende der mitregierenden FDP, Walter Döring, sagte: "Ich freue mich auf die Auseinandersetzung mit einer hoch motivierten SPD."



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