Europawahl 2019 Katarina Barley zur SPD-Spitzenkandidatin gewählt

Katarina Barley ist mit großer Zustimmung zur Spitzenkandidatin der Sozialdemokraten für die Europawahl gewählt worden. Die Delegiertenkonferenz wurde allerdings von internen Querelen überschattet.

Katarina Barley (Archiv)
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Katarina Barley (Archiv)


Bundesjustizministerin Katarina Barley ist die Spitzenkandidaten der deutschen Sozialdemokraten für die Europawahl. Sie wurde auf der SPD-Europadelegiertenkonferenz in Berlin mit 192 von 194 Stimmen auf Platz eins der Kandidatenliste gewählt. Das sind 99 Prozent. Auf Platz zwei der Liste wurde Udo Bullmann gewählt. Er ist Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten im Europaparlament. Bullmann erhielt 97,4 Prozent der Stimmen.

Barley rief in ihrer Bewerbungsrede zu einem Kampf für Europa auf. "Es geht um uns, es geht um die SPD, es geht um die Zukunft Europas", sagte Barley. Angesichts des Aufstiegs von Rechtspopulisten in vielen EU-Staaten gelte es, Schaden von der Europäischen Union abzuwenden.

Die derzeitige Bundesjustizministerin mahnte Reformen in Europa an. Es gehe es ihr vor allem um das soziale Europa: "Wir wollen einen europäischen Mindestlohn und eine europäische Sozialversicherung." Aber auch grenzüberschreitende Herausforderungen wie Umweltschutz und Klimawandel könnten in Europa nur von der EU angegangen werden.

Überschattet wurde das Treffen von Unmut über das Vorgehen des Vorstands und besonders über die Vorsitzende Andrea Nahles. Um mehr junge und weibliche Kandidaten auf aussichtsreiche Plätze zu bringen, überstimmte der Vorstand zum Teil Wahlvorschläge der Landesverbände. So rutschten Bewerber nach hinten, etwa die derzeitige Vizepräsidentin des Europaparlaments, Evelyne Gebhardt. Der Vorschlag wurde noch einmal überarbeitet.

Führende Rolle im Europaparlament

Der Spitzenkandidat der europäischen sozialdemokratischen Parteien ist Frans Timmermans. Der Niederländer ist Vizepräsident der EU-Kommission. Der 57-Jährige ist der große Rivale des konservativen Kandidaten Manfred Weber (CSU).

Beide wollen Nachfolger von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker werden und konkurrieren damit um einen der mächtigsten Posten in Brüssel. Barley könnte als nationale Spitzenkandidatin womöglich eine führende Rolle in der sozialdemokratischen Fraktion im Europaparlament übernehmen.

jpz/AFP/dpa



insgesamt 38 Beiträge
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kodu 09.12.2018
1. Frau Barley hätte auch in Berlin keine schlechte Figur abgegeben...
... aber die SPD hat sich entschieden und wenn die Justizministerin der SPD ein gutes Europa-Wahlergebnis verschaffen kann, ist es wohl auch OK. Die Schmonzette um die Listenplätze lässt dagegen tief in den inneren Zustand der SPD blicken...! Vor allem, wenn man jetzt wieder - zumindest teilweise - zurückrudern sollte. Wer verantwortet solche PR-Debakel eigentlich?
kenterziege 09.12.2018
2. Sozialdemokratie adè
Da kämpfen vor Ort landauf-landab eine Sozis um einen gute Listenplatz auf Landesebene und die "Zentrale" in Berlin negiert das und setzt junge, unbekannte Frauen auf aussichtsreiche Plätze. Damit ist die Europa-Wahl trotz der unbestritten guten Spitzenkandidatin Barley gelaufen. Wer reißt sich noch für die SPD-Kandidten den Hintern auf? Die Europa-Wahl wird trotz positiver Abstimmung in Marrakesch ein Votum über die Migration und den Pakt werden.
trex#1 09.12.2018
3.
Mit Frans Timmermans haben die Sozialdemokraten den wohl größten Loser im Europaparlament als Spitzenkandidaten aufgestellt. Die niederländischen Sozialdemokraten hatten bei der letzten Parlamentswahl 2017 noch 5,7%, das war ein Verlust von 19,14% (kein Schreibfehler, vorher 24,84%). Gibt es bei den Sozialdemokraten nur noch Loser-Typen?
Braveheart Jr. 09.12.2018
4. Ausgerechnet Frau Nahles ...
... setzt per "Führungsblitzbefehl" durch, daß gut aussehen wichtiger ist als gut Bescheid wissen. Wer jetzt noch glaubt, die SPD sei wählbar, der glaubt auch an die Weihnachtsgroßmutter.
austrobayer 09.12.2018
5. Sozialstaat Europa
die tiefer die Sozis bei den Wahlen absacken, um so mehr verteilen sie Wohltaten. Jetzt nicht mehr nur in Deutschland, sondern auch in Europa! Was passiert, wenn ungleiche Wirtschaftsräume gleiche Währung und Sozialsysteme bekommen, haben wir bei der deutschen Einigung gesehen. Das sind riesige Summen, die Deutschland nicht stemmen kann, die Solidarität zwischen den Ländern gefährdet, die Selbstständigkeit der Nehmerländer einschränkt und die Einigung Europas behindert....und auch den Untergang der Sozialdemokraten in Deutschland und Europa nicht stoppen wird!
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