SPD-Wahlkampf Schröder sieht Trendwende

Schon leichte Gewinne in den Umfragen stimulieren bei den Sozialdemokraten demonstrative Zuversicht: Kanzler Schröder sieht gar eine Trendwende. Die SPD will im Wahlkampf mehr auf Inhalte als auf eine "durchkomponierte" Werbekampagne setzen.


Kanzler Schröder (Archiv): 101 Veranstaltungen bis zum 18. September
AP

Kanzler Schröder (Archiv): 101 Veranstaltungen bis zum 18. September

Kassel - Gerhard Schröder kündigte nach der SPD-Präsidiumssitzung in Kassel eine inhaltliche Auseinandersetzung sowohl mit den Programmen von CDU/CSU und FDP, als auch der Linkspartei an. Es werde "weniger Inszenierung, weniger Design" geben, sagte auch Parteichef Franz Müntefering in Kassel. "Es wird in der Sache diskutiert werden." Heute hatte der Parteivorstand die Direktkandidaten der SPD aus allen 299 Wahlkreisen zu einer Mobilisierungskonferenz nach Kassel geladen, um Wahlkampfmaterialien vorzustellen und Strategien abzusprechen.

Mit Blick auf die jüngsten Umfrageergebnisse, nach denen Union und FDP zum ersten Mal seit Februar die Mehrheit verloren haben, sagte Müntefering: "Die, die geglaubt haben, das sei vorbei und man müsste nur noch den 18.9. abwarten, die haben sich geirrt." Er sei "zuversichtlich", dass die SPD die Wahl doch noch für sich entscheiden könne. Bundeskanzler Schröder reagierte mit demonstrativem Optimismus auf die Meinungsumfragen. Er sprach von einer "Trendwende" und betonte: "Ich freue mich darüber und glaube, dass sich diese Entwicklung fortsetzen kann." Er werde alles dafür tun, sagte der Kanzler. In den 44 Tagen bis zum vorgesehenen Wahltermin werde er 101 öffentliche Veranstaltungen abhalten.

Eine Koalition mit der Linkspartei auf Bundesebene schlossen beide SPD-Politiker erneut aus. Den Spitzenkandidaten Oskar Lafontaine und Gregor Gysi warf Schröder vor, sich in der Vergangenheit mit ihren Rücktritten als Bundesfinanzminister beziehungsweise Berliner Wirtschaftssenator der Verantwortung entzogen zu haben. "Wer so was macht, dem kann man nicht ernsthaft Verantwortung für Deutschland zutrauen", kritisierte der Kanzler. Das Linksbündnis aus WASG und früherer PDS unterliege dem "fatalen Irrtum", Wirtschafts- und Sozialpolitik könnte rein deutschlandbezogen und ohne Berücksichtigung der internationalen Einbindung gemacht werden.



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.