Rennen um Parteivorsitz Wen wollen Sie an der SPD-Spitze sehen?

Wer führt künftig die SPD? Fünf Bewerberduos wollen den Parteivorsitz übernehmen, weitere Kandidaten wie Olaf Scholz sind auf Partnersuche. Wer ist Ihr Favorit? Stimmen Sie ab.

SPD: Partei sucht Führungsduo
Peter Endig/ ZB/ DPA

SPD: Partei sucht Führungsduo


Die Europawahl Ende Mai war ein Debakel für die SPD. Wenig später trat Andrea Nahles als Partei- und Fraktionschefin zurück. Seitdem, so glauben viele, geht es um nicht weniger als die Zukunft der Sozialdemokratie. Eine zentrale Frage bei der anstehenden Neuausrichtung der Partei: Wer steht künftig an ihrer Spitze?

Diese soll nach einer Mitgliederbefragung auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden. Dem vorangestellt ist ein langes Auswahlverfahren: Ab September stellen sich die Kandidaten auf knapp zwei Dutzend Regionalkonferenzen der Basis vor. Anschließend entscheiden die 440.000 SPD-Mitglieder.

Für eine Kandidatur braucht es die Unterstützung von mindestens fünf Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 1. September. Prinzipiell können sich auch Einzelkandidaten bewerben. Die Partei hat sich aber recht deutlich festgelegt: Eine Doppelspitze soll her.

SPD-Verfahren für den Parteivorsitz
Der Zeitplan im Überblick:
1. Juli: Bewerbungen
Ab diesem Tag können Zweierteams oder Einzelbewerber ihre Kandidatur für den SPD-Vorsitz einreichen. Für eine Kandidatur benötigen sie die Unterstützung von mindestens fünf Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband.
1. September: Regionalkonferenzen
Die Bewerbungsfrist endet. Die Kandidaten präsentieren sich danach in 23 Regionalkonferenzen der Basis. Fünf Wochen lang können sie bei den Mitgliedern für sich werben. Der Auftakt ist am 4. September in Saarbrücken, der Abschluss am 12. Oktober in München.
14. Oktober: Basisentscheid
Die rund 440.000 SPD-Mitglieder dürfen in einem Basisentscheid ihren Kandidaten oder ihr Kandidatenteam für die Parteispitze bestimmen.
26. Oktober: Ergebnis des Mitgliedervotums
Das Ergebnis des Mitgliederentscheids soll vorgestellt werden. Sollte kein Kandidat beziehungsweise kein Doppelteam über 50 Prozent der Stimmen erhalten, soll es einen Stichentscheid zwischen den beiden Erstplatzierten geben. Die Wahl ist rechtlich nicht bindend, politisch dürfte der Parteitag aber kaum am Votum der Mitglieder vorbeikommen.
6. bis 8. Dezember: Parteitag
In Berlin kommt der Bundesparteitag der SPD zusammen. Er soll den oder die Gewinner des Mitgliederentscheids formell an die SPD-Spitze wählen - und über die Halbzeitbilanz der Großen Koalition entscheiden.

Nachdem lange kein Sozialdemokrat aus der ersten Reihe kandidierte, will nun Olaf Scholz SPD-Chef werden. Der Bundesfinanzminister sucht eine Tandempartnerin, mit der er eine Doppelspitze bilden kann.

Kurz vor Scholz hatten bereits der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius und die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping intern ihre Kandidatur angekündigt.

Die beiden sind eins von bisher fünf Duos, die sich um den Parteivorsitz bewerben. Die anderen: Michael Roth und Christina Kampmann, Nina Scheer und Karl Lauterbach, Simone Lange und Alexander Ahrens sowie Gesine Schwan und Ralf Stegner. Robert Maier, Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums, kandidiert allein.

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SPD-Kandidaten: Partei sucht Retter

Wen wollen Sie auf jeden Fall in einer SPD-Doppelspitze sehen - selbst wenn Ihnen der Tandempartner vielleicht nicht so sehr zusagt? Hier haben Sie die Gelegenheit, ihren Favoriten auszuwählen.

Und so funktioniert es: Sie sehen die Fotos zweier Kandidaten. Klicken Sie auf den Bewerber, den Sie für den Besseren halten. Das andere Bild verschwindet, ein neues erscheint - wieder können Sie wählen. Am Ende steht Ihr Favorit.

Video: Streitgespräch zum SPD-Vorsitz: Ist Olaf Scholz der Richtige?

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asa



insgesamt 75 Beiträge
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Seite 1
icr 17.08.2019
1. Über die SPD sind in den letzten Jahren ...
schon genug Witze gemacht worden und man muss realistisch Reüssieren, dass den Fall und Verfall dieser Partei einfach nichts mehr aufzuhalten mag. Wenn sich jetzt Personal wie Stegner, Schwan, Scholz von #SPDerneuern berufen fühlen, anstatt dass ein richtiger Generations- und Ideologie-/Politikwechsel stattfinden kann, dann hoffe ich inständig, dass auch die letzten Stammwähler der SPD nicht mehr so doof sind, ihr Kreuzchen für diese Partei weg zu werfen.
dasfred 17.08.2019
2. Ich plädiere für eine Zusammenarbeit mit RTL
Eine SPD Spezial Staffel von Lets Dance in Kombination mit Sommerhaus der Sozialdemokraten kann dem Wähler endlich die Kandidaten näher bringen und die Abgründe hinter den Kulissen offenbaren. Anschließend stimmen die SPD Mitglieder per Telefonvoting ab. Klingt zwar albern, würde aber dem Wähler mehr bringen, als Sonntagsreden.
juppi45.1 17.08.2019
3. Keinen von denen!
Stegner wäre noch etwas mit seinem freundlichen Lächeln dann ginge es noch schneller unter die 5 % Hürde. Scholz braucht niemand, der hat nur Steuer Erhöhungen im Kopf und Überlegt wie man den Steuerzahler noch mehr Schröpfen kann.
fördeanwohnerin 17.08.2019
4. -
Was ist denn das für eine Abstimmmethode!? Ich wollte mir erstmal nur anschauen, wer eigentlich antritt. Dabei habe ich dann gleich abgstimmt. Ja, ich gebe zu, ich habe nicht die Arbeitsanweisung gelesen, aber bestimmt sehr viele andere auch so faul sind, dürfte das Ergebnis nicht repräsentativ sein. Nachdem ich meinen Fehler realisierte hatte, habe ich noch einmal - diesmal anders - abgestimmt.
danubius 17.08.2019
5. Peinlich & blamabel
Nachdem sich nun soviele Kandidaten für den Parteivorsitz bewerben wäre doch ein einfacher, basisfreundlicher Entscheid der bisherigen Parteispitze sinnvoll: alle Kandidaten erhalten für eine begrenzte Zeit den Vorsitz (analog zum UN-Sicherheitsrat oder bei der EU), damit jeder einmal die Vorteile des erhöhten Tagegeldes und vieler kleiner fringe benefits als SPD-Vorsitzende/-r geniessen kann. Herauskommen wird dabei genauso wenig wie bei der EU bzw. dem UN-Sicherheitsrat ... Eine tolle Performance, die diese sich selbst abhalftertende Partei ihren restlichen Wählern bzw. verbliebenen Mitgliedern da liefert.
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