Spenden- Untersuchungsausschuss Verhör im Pariser Gefängnis

Einige Mitglieder des Untersuchungsausschusses zur CDU-Finanzaffäre unternehmen einen der letzten Versuche, die Bestechungsvorwürfe rund um die Privatisierung der ostdeutschen Raffinerie Leuna zu klären. Dazu wollen sie den ehemaligen Elf-Manager Sirven im Gefängnis vernehmen.


Alfred Sirven nach seiner Festnahme im vergangenen Februar in Manila
DPA

Alfred Sirven nach seiner Festnahme im vergangenen Februar in Manila

Paris - Mehrere Angehörige des Bundestagsuntersuchungsausschusses sind am Montag zur Vernehmung Alfred Sirvens im Pariser Gefängnis La Santé eingetroffen. Der Ausschussvorsitzende Volker Neumann (SPD) sagte, die französischen Behörden hätten um Diskretion gebeten.

Dauer und Ausgang der Vernehmung seien völlig offen. Sirven habe sich freiwillig zur Anhörung bereit erklärt. "Keiner weiß, was er sagen wird", sagte Neumann.

Der 75-jährige Sirven war Direktor für besondere Angelegenheiten in dem französischen Staatsunternehmen Elf Aquitaine. Die Ausschussmitglieder vermuten, dass Sirven über Bestechungsversuche im Zusammenhang mit Leuna Bescheid gewusst haben müsste, falls es sie überhaupt gegeben hat.

Der französische Mineralölkonzern Elf Aquitaine hatte die Raffinerie in Leuna 1992 zu einem Preis in Höhe von mehreren Milliarden Mark übernommen. Dabei könnten Bestechungsgelder geflossen sein.



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