Spendenausschuss Teltschik verteidigt Kohl

Vor dem Spendenausschuss des Bundestags hat der frühere Kanzlerberater Horst Teltschik Alt-Kanzler Helmut Kohl in Schutz genommen. Es geht um Bestechungsvorwürfe beim Verkauf von Spürpanzern an Saudi-Arabien.


Horst Teltschik vor dem Ausschuss
AP

Horst Teltschik vor dem Ausschuss

Berlin - Teltschik sagte, Bestechungsvorwürfe gegen Kohl im Zusammenhang mit der Lieferung von Spürpanzern an Saudi-Arabien seien "infam". Er selbst habe erstmals nach einem Gespräch Kohls mit dem amerikanischen Außenminister James Baker im September 1990 von Lieferwünschen gehört. Er sei damals aber davon ausgegangen, dass die Fuchs-Spürpanzer an die USA gehen sollten.

Wenn allerdings das amerikanische Außenministerium einen entsprechenden Wunsch geäußert hätte, dann wäre auch klar gewesen, dass Deutschland wegen des drohenden Golfkrieges an Saudi-Arabien geliefert hätte.

Teltschik sollte auch zur Verbindung des Kanzleramts zum ehemaligen Verteidigungsstaatssekretär Holger Pfahls befragt werden, der als Schlüsselfigur bei dem Panzergeschäft gilt. Er soll von dem Waffenhändler Karlheinz Schreiber 3,8 Millionen Mark Schmiergeld erhalten und dafür den Export von 36 Fuchs-Spürpanzern nach Saudi-Arabien gefördert haben. Gegen den seit 18 Monaten abgetauchten Pfahls liegt ein Haftbefehl wegen Bestechlichkeit vor. Unterdessen werfen Presseberichte den deutschen Fahndern schwere Fehler bei der Suche nach dem flüchtigen Pfahls vor.

Spürpanzer Fuchs
DPA

Spürpanzer Fuchs

Vor dem Spendenausschuss sollen außerdem der ehemalige Staatssekretär und CSU-Politiker Erich Riedl und der frühere SPD-Haushaltspolitiker Helmut Wieczorek in den Zeugenstand. Auch sie sollen Kenntnisse über das Spürpanzer-Geschäft mit Saudi-Arabien haben oder darin verwickelt sein.

Der Ausschuss hat auch Max Strauß, den Sohn von Franz Josef Strauß, geladen. Strauß hat allerdings angekündigt, die Aussage zu verweigern, weil gegen ihn ermittelt wird.



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