Betrifft Ostdeutschland, Seniorenführerschein, Venezuela


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Heft 35/2019
Klischee und Wirklichkeit: Wie der Osten tickt - und warum er anders wählt

Besuche in seiner thüringischen Heimat bringen Redakteur Steffen Winter mitunter um den Schlaf. Die Angst vieler vor Flüchtlingen und die Diskussionen über die AfD als vermeintlichen Heilsbringer sind ständig präsent. Ein Schulfreund, politisch nie aktiv, ist plötzlich Fraktionschef der AfD im Stadtrat.

Kollmorgen, Winter in Görlitz
Jens Gyarmaty/ DER SPIEGEL

Kollmorgen, Winter in Görlitz

Der befreundete Dachdecker sitzt für die Partei im Kreistag. Kurz vor den Landtagswahlen im Osten sieht es nun so aus, als könnte die fremdenfeindliche AfD tatsächlich ausgerechnet dort zur stärksten Kraft aufsteigen, wo es bis heute kaum Ausländer gibt. Winter, langjähriger Korrespondent in Dresden, wollte wissen, warum der Osten so anders tickt. In Görlitz traf er den Soziologen Raj Kollmorgen, der die Ursachen für die latente Unzufriedenheit in den Folgen der DDR-Diktatur und in der teils brachialen Wiedervereinigung verortet. Ein SPIEGEL-Team reiste durch Ostdeutschland, um die Abgehängten, aber auch die Gewinner der Wende zu befragen. Winters Fazit: "Viele Ostdeutsche sehen sich bis heute als Bürger zweiter Klasse, fühlen sich zurückgesetzt und vom ignoranten Westen unverstanden." Die Wahlen nutzten sie als Abrechnung.


Eltern des Unfallopfers, Hardinghaus
Joanna Nottebrock/ DER SPIEGEL

Eltern des Unfallopfers, Hardinghaus

Redakteurin Barbara Hardinghaus lernte im Frühsommer eine Familie aus Detmold kennen. Deren neunjähriger Sohn war von einem Auto erfasst worden und in den Armen der Eltern gestorben. Die Frau am Steuer war 85 Jahre alt. Viele Fragen treiben seitdem die Familie um, vor allem diese: In fast allen europäischen Ländern wird die Fahrtüchtigkeit älterer Autofahrer geprüft - warum nicht in Deutschland? Hardinghaus machte sich auf den Weg, um eine Antwort zu finden, und sprach mit Experten, die sich für einen Gesundheitscheck für Auto fahrende Rentner aussprechen. Politisch jedoch, so erfuhr sie in Berlin, scheinen solche Forderungen bis heute tabu. "Deutschland ist in der Hinsicht immer noch ein Autoland; an Themen wie Tempolimit oder Gesundheitschecks für Senioren gehen Politiker aus Angst nicht ran", sagt Hardinghaus. Und noch etwas lernte sie: "Viele alte Menschen auf dem Land fahren tatsächlich nur deshalb noch Auto, weil sie so abseits wohnen, dass kein Bus fährt, der sie zum Arzt bringt."


Kuntz (M.) in Maracaibo
Adriana Loureiro Fernandez/ DER SPIEGEL

Kuntz (M.) in Maracaibo

Im Frühjahr plünderten die Bewohner der venezolanischen Zwei-Millionen-Metropole Maracaibo während eines sechstägigen Stromausfalls in ihrer Not über 500 Geschäfte. Dabei war die einstige Ölmetropole einmal eine der reichsten Städte Venezuelas. Um den Kollaps der Megacity nachzuzeichnen, reiste Redakteurin Katrin Kuntz nach Maracaibo, sie besuchte ein Krankenhaus, sprach mit ehemaligen Ölarbeitern und einem lokalen Regierungsvertreter. Oft ging die Recherche bis in den Abend. In einigen Stadtvierteln, in denen der Strom ausgefallen war, arbeitete Kuntz bei Kerzenschein. "Für die Bewohner Maracaibos geht es nur noch ums Überleben", sagt die Redakteurin, "scheitert ein politischer Wandel, könnte so die Zukunft des ganzen Landes aussehen."

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