SPIEGEL ONLINE Exklusiv Die vollständige Aussage von Uwe Lüthje

Der ehemalige Generalbevollmächtigte der CDU-Schatzmeisterei, Uwe Lüthje, belastet in seiner Aussage für den Spenden-Untersuchungsausschuss den Alt-Kanzler Helmut Kohl. Weil Lüthje schwer krank ist, wurde er schriftlich befragt. SPIEGEL ONLINE dokumentiert die Fragen und Antworten zum Kontensystem der CDU.




Uwe Lüthje
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Uwe Lüthje

"Das Ganze könnte mir ziemlich gleichgültig sein, wenn mit den Ergebnissen einer solchen Diskussion nicht ich es wäre, der dabei unter die Räder gerät", schreibt Lüthje in seiner Aussage. Er ist nicht gut zu sprechen auf seinen Ex-Chef Kohl: "Wieder einmal musste ich erleben, dass mein einstiger Chef, immerhin der Vorsitzende der CDU Deutschlands, nicht auch nur einen leisen Schimmer von jener Verantwortung, die ihm als vertragliche Fürsorgepflicht seinen Untergebenen gegenüber oblag, erkennen lässt."

Lüthje belastet Kohl: "Er selbst war es, der mir ... in den achtziger Jahren dringend nahe legte, unsere Swiss-Connections zu anonymisieren." In dem Zusammenhang hatte Lüthje Kohl auch über Konten in Lichtenstein informiert. Über die Stiftung Norfolk war das Schwarzgeld der CDU aus der Schweiz zurückgeflossen. Kohl hat bestritten, davon gewusst zu haben. Lüthje hingegen erklärt: "Mein Hinweis, dass das bereits einige Jahre zuvor mit der Gründung einer Stiftung nach lichtensteinischem Recht geschehen sei ... hat ihn damals sehr beruhigt."



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