SPIEGEL ONLINE Exklusiv Stoltenberg kritisiert Scharping scharf

Gerhard Stoltenberg war im Kabinett Kohl zehn Jahre lang Minister, erst für Finanzen, dann für Verteidigung. Gegenüber SPIEGEL ONLINE greift er seinen Amtsnachfolger Rudolf Scharping (SPD) scharf an.


Gerhard Stoltenberg
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Gerhard Stoltenberg

Berlin - Ex-Verteidigungsminister Gerhard Stoltenberg (CDU) hat seinen Amtsnachfolger Rudolf Scharping (SPD) scharf kritisiert. "Herr Scharping hat im Hinblick auf die möglichen Gefahren durch Uran-Munition viel zu lange gezögert", sagte Stoltenberg am Donnerstag in Berlin zu SPIEGEL ONLINE. Der Verteidigungsminister habe zu lange so genannten Experten vertraut. "Andere Länder haben viel früher die nötigen Untersuchungen eingeleitet", sagte Stoltenberg.

Auch im Hinblick auf Krebserkrankungen von Radartechnikern der Bundeswehr mache Scharping "eine unglückliche Figur". Der amtierende Verteidigungsminister habe längst Kenntnis von einer Studie der Uni Witten/Herdecke gehabt, die auf mögliche Gefahren für Radartechniker hinweise. "Aber die hat er zu lange in den Akten gelassen", sagte Stoltenberg. Auch die angestrebte Bundeswehrreform kritisierte Stoltenberg: "Sollten die Kürzungen wie geplant kommen, kann Deutschland den vertraglichen Verpflichtungen in seinen Bündnissen kaum noch nachkommen." Scharping sei in einer sehr schwierigen Situation und müsse schnell aus "seinen Fehlern lernen."



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