Betrifft Carola Rackete, Philippinen, Audi


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Heft 28/2019
Carola Rackete über die dramatische Rettungsfahrt ihrer "Sea-Watch 3"

In der Nacht nach ihrer Freilassung brachten Vertreter der Seenotrettungsorganisation Sea- Watch die deutsche Kapitänin Carola Rackete auf Sizilien an einen sicheren Ort. Dort, etwa anderthalb Autostunden von Palermo entfernt, traf Italienkorrespondent Frank Hornig sie zwei Tage später für die Titelgeschichte zum Gespräch.

Hornig, Rackete
Karl Mancini/ DER SPIEGEL

Hornig, Rackete

Eine Stunde lang redete er mit der Frau, die für viele Menschen eine Heldin geworden ist, über die Irrfahrt durchs Mittelmeer, mit mehr als 50 Flüchtlingen an Bord, die mit Racketes Festnahme endete. "Sie war sehr entspannt und klar", sagt Hornig. Einer möglichen Anklage wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung sieht sie gelassen entgegen. Rackete sagt, sie habe sich alleingelassen gefühlt von der Politik, niemand habe Verantwortung übernehmen wollen: "Die haben die heiße Kartoffel immer weitergereicht. " Hornig sprach auch auf Lampedusa mit Flüchtlingen, die Rackete gerettet hatte; Carolina Torres und Steffen Lüdke besuchten Racketes Eltern in Hambühren. Dass ihre Tochter dem italienischen Innenminister Matteo Salvini die Stirn geboten hat, wundert sie nicht. "Das ist so ihre Art", sagt Vater Ekkehart. In Paris traf Britta Sandberg einen Mann, der aus dem Sudan nach Frankreich geflüchtet ist. Er berichtet, wie die libysche Küstenwache ihn zunächst abfing und in ein Lager steckte - und ihm später bei der Überfahrt nach Italien half, nachdem er Geld gezahlt hatte.

Santiago, Stormer
Carlo Gabuco / DER SPIEGEL

Santiago, Stormer

Seit drei Jahren führt Rodrigo Duterte, der Präsident der Philippinen, einen Schattenkrieg: Polizisten, Bürgerwehren und Killerkommandos töten Menschen, die mit Drogen handeln oder sie konsumieren - oder die zufällig im Weg stehen. Die philippinische Polizei spricht von 6600 Opfern, die unabhängige Menschenrechtskommission des Landes schätzt, dass die Zahl mehr als viermal so hoch ist. Der Missionar Ciriaco Jun Santiago ist Chronist der Opfer, auf eigene Faust. Er fotografiert Leichen, dokumentiert Zeugenaussagen, versteckt Zeugen, kümmert sich um Hinterbliebene. SPIEGEL-Mitarbeiter Carsten Stormer kennt Santiago schon seit 2016, darum konnte er ihn nun durch Manila begleiten. Der Ordensbruder gehört zu jenen Duterte-Gegnern, die angefeindet werden. Stormer begegnete auch einem Mann, der "Lazarus" genannt wird, weil er ein angebliches Tötungskommando der Polizei überlebt hat. Lazarus ist bereit, als Zeuge bei einem möglichen Prozess gegen den Präsidenten vor dem Internationalen Strafgerichtshof auszusagen.

Stadler
AFP

Stadler

Dass Techniker von Audi Softwareprogramme entwickelt haben, die dafür sorgen, dass Fahrzeuge nur auf dem Prüfstand Abgasgrenzwerte einhielten - das ist bekannt. Doch interne Informationen zeigen nun, dass der damalige Firmenchef Rupert Stadler mit dafür gesorgt haben dürfte, dass Audi weiterhin Autos mit verbotenen Abschalteinrichtungen produzierte und an ahnungslose Kunden verkaufte, als der Betrug in den USA bereits aufgeflogen war. Die Staatsanwaltschaft München II wird daher voraussichtlich noch im Sommer gegen ihn und drei andere Führungskräfte Anklage erheben. Insgesamt ermittelt sie gegen 23 weitere Audi-Manager. Die Beteiligten verschwiegen nicht nur wichtige Informationen, sie manipulierten auch Daten und Unterlagen. "Auf den Betrug folgte die Vertuschung", schreiben die Autoren Frank Dohmen, Simon Hage und Dietmar Hawranek, die den Skandal im Skandal rekonstruieren. Mehr als hundert Ordner mit Ermittlungsakten konnten die Journalisten einsehen und erhielten so Einblick in ein bislang weitgehend unbekanntes Kapitel der Dieselaffäre.

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