SPIEGEL-Regierungsmonitor Spahn und Giffey sind die beliebtesten Minister

In der CDU tobt ein Machtkampf, Gesundheitsminister Spahn profiliert sich als Sachpolitiker. Das kommt offenbar an: Im SPIEGEL-Regierungsmonitor liegt er direkt vor Familienministerin Giffey - die Kanzlerin rutschte ab.
Jens Spahn, Franziska Giffey: Sie punkten, andere rutschen deutlich ab

Jens Spahn, Franziska Giffey: Sie punkten, andere rutschen deutlich ab

Foto: Tobias Schwarz/AFP

Jens Spahn ist derzeit besonders umtriebig. Der Gesundheitsminister forderte kürzlich eine Debatte über Lebendorganspenden, ein Aus von Werbung für Schönheitsoperationen sowie Verbote von Behandlungen gegen Homosexualität. Und auch in der Diskussion über die Grundrente mischt der CDU-Politiker mit.

Spahn präsentiert sich in diesen Wochen als emsiger Fachpolitiker - in einer Zeit, in der vor allem Streit und Machtkämpfe die Schlagzeilen über die CDU bestimmen. Die betonte Sachlichkeit kommt offensichtlich an. Im SPIEGEL-Regierungsmonitor konnte Spahn deutlich zulegen. Er liegt jetzt auf Rang eins, hat dort die Kanzlerin verdrängt.

Der SPIEGEL-Regierungsmonitor zeigt in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey die Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Regierung, den Koalitionsparteien und vor allem mit den einzelnen Ministerinnen und Ministern sowie der Kanzlerin. Um die repräsentativen Bewertungen vergleichen zu können, arbeitet Civey mit einem Scoringverfahren. (Lesen Sie hier  mehr zum Verfahren.) Der bestmögliche Index beträgt 200, das schwächste Ergebnis wäre -200.

Unmittelbar hinter Spahn landet Franziska Giffey. Die SPD-Politikerin bleibt damit eine der beliebtesten Politikerinnen des Landes. Die Nachricht, dass die Sozialdemokratin ihren Doktortitel behalten darf, konnte nur noch teilweise Einfluss auf das Ergebnis der Befragung nehmen. Vermutlich dürfte die Entscheidung der FU Berlin der Familienministerin jedoch nicht schaden. Giffey galt eigentlich als eine potenzielle Kandidatin für den SPD-Vorsitz. Als Zweifel an ihrer Dissertation aufkamen, verzichtete sie jedoch auf eine Bewerbung.

Die Umfrage zeigt auch zwei deutliche Verlierer: Kanzlerin Angela Merkel, an deren Führungsstil es zuletzt wieder Kritik gegeben hatte, rutschte vom ersten auf den vierten Platz ab.

Einen regelrechten Absturz erlebt Außenminister Heiko Maas. Sein Wert liegt nun bei -73, im September waren es noch -52. Der Sozialdemokrat war zuletzt in die Kritik geraten, weil er gemeinsam mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu den Syrien-Plan von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer abgebügelt hatte. Maas habe sich Ankara "an den Hals geworfen", hieß es etwa.

Schlusslicht im Regierungsmonitor bleibt hingegen ein Politiker der CSU: Verkehrsminister Andreas Scheuer.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.