SPIEGEL-Umfrage Kramp-Karrenbauer stürzt weiter ab

Das Amt der Verteidigungsministerin hat Annegret Kramp-Karrenbauer bisher wenig Sympathiepunkte eingebracht: Das zeigt eine SPIEGEL-Umfrage. Die CDU-Chefin fällt seit Monaten in der Gunst der Bürger.
Annegret Kramp-Karrenbauer (r.) mit Angela Merkel

Annegret Kramp-Karrenbauer (r.) mit Angela Merkel

Foto: HAYOUNG JEON/EPA-EFE/REX

Der Absturz der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer in der Gunst der Deutschen geht weiter. Gerade noch 29 Prozent der für die SPIEGEL-Politikertreppe von Kantar Public repräsentativ befragten 1061 Bürger wünschen ihr eine "wichtigere Rolle".

Gegenüber ihrem Spitzenwert vom vergangenen Dezember büßte sie damit die Hälfte ihrer Prozentpunkte ein und liegt nur noch im Mittelfeld der wichtigsten Politiker.

Finanzminister Olaf Scholz, der SPD-Chef werden möchte, erreicht dagegen einen deutlich besseren Wert. Horst Seehofer, Markus Söder und Ursula von der Leyen sind die "Aufsteiger" seit der Befragung vor drei Monaten.

Im Vergleich von fünf möglichen Kanzlerkandidaten als Nachfolger von Angela Merkel erreicht niemand eine mehrheitlich positive Zustimmung aller Befragten. Allerdings kommt auch bei dieser Befragung Kramp-Karrenbauer am schlechtesten weg. Selbst unter den eigenen Parteianhängern findet sie keine Mehrheit als mögliche Kanzlerin.

Dies liegt wohl nicht an den Alternativen: Armin Laschet, den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, halten auch kaum mehr der befragten Unionsanhänger für geeignet. Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Mann Markus Söder erfährt im Vergleich der drei Unionspolitiker noch die größte Zustimmung.

Olaf Scholz und der Grünenchef Robert Habeck kommen gegenüber den möglichen Kandidaten der Union vergleichsweise gut weg. Während aber die SPD-Anhänger (57 Prozent Zustimmung) gegenüber Scholz verhalten sind, findet Habeck eine stärkere Unterstützung (70 Prozent) in den eigenen Reihen.

Fast zwei Drittel der Deutschen ärgern sich darüber, dass sich die AfD im deutschen Parteiensystem etabliert hat. Die Ablehnung ist im Westen etwas höher als im Osten, unter Frauen weiterverbreitet als unter Männern - und sie wächst mit dem Bildungsstand. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands wird das Ereignis eher nüchtern als "historische Tatsache" wahrgenommen. Nur gut ein Drittel der Deutschen erfüllt die wiederhergestellte Einheit mit Stolz. Aber auch nur wenige Bürger gaben an, enttäuscht zu sein.

mif
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