SPIEGEL-Umfrage Mehrheit für Impfpflicht – und weiterhin strenge Coronaregeln

Die Coronamaßnahmen sollen massiv gelockert werden, die Impfpflicht hat schlechte Aussichten. Die SPIEGEL-Umfrage dagegen zeigt: Die Mehrheit der Deutschen wünscht einen anderen Kurs.
FFP2-Schutzmaske

FFP2-Schutzmaske

Foto: Michael Gstettenbauer / IMAGO

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet dieser Tage traurige Inzidenzrekorde, zugleich gilt künftig selbst die Maskenpflicht nur noch an wenigen Orten. So steht es im Entwurf der Ampel für das geänderte Infektionsschutzgesetz. Und ob sich der Bundestag noch auf eine wie auch immer geartete Impfpflicht einigen kann, das steht in den Sternen.

Dabei wünscht sich eine Mehrheit der Deutschen laut einer neuen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für den SPIEGEL ein anderes Vorgehen.

  • So sind knapp zwei Drittel für eine Verlängerung der bestehenden Schutzmaßnahmen über den 20. März hinaus.

  • 60 Prozent sprechen sich weiterhin für eine allgemeine Impfpflicht aus. Im Januar waren es allerdings noch 64 Prozent, im Dezember 73 Prozent.

Hintergründe zur Civey-Methodik lesen Sie hier.

Das neue Infektionsschutzgesetz soll am Freitag von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden. Erhalten bleibt dann die Maskenpflicht an ausgewählten Orten sowie eine Testpflicht in bestimmten Einrichtungen. Eine sogenannte Hotspot-Regelung soll den Ländern ermöglichen, regional Verschärfungen zu ermöglichen.

Bei SPD und Grünen wurden zuletzt Befürchtungen laut, der großzügige Wegfall vieler Maßnahmen könnte bald für neue Probleme sorgen. Die Aufhebung ist ein Zugeständnis an den Koalitionspartner FDP.

Zerrissene Anhängerschaft

Die Zerrissenheit der Ampel zeigt sich auch bei ihren Anhängerinnen und Anhängern. Vor allem Unterstützer von SPD und Grünen würden den Erhalt der Maßnahmen begrüßen. Bei der FDP allerdings spricht sich nur ein Drittel dafür aus.

Wie die Deutschen generell den Coronakurs der Politik sehen, zeigt ein Blick auf die Civey-Langzeitbefragung zur Pandemiebekämpfung.

Noch im Dezember bewertete eine Zweidrittelmehrheit die Maßnahmen zum Schutz vor Corona als »nicht ausreichend«, heute sagen dies noch knapp 40 Prozent – zuletzt ist der Anteil dieser Kritiker aber wieder gewachsen.

mrc