Umfrage Unterstützung für Atomausstieg schwindet

Umweltminister Peter Altmaier steht wegen steigender Stromkosten unter Druck. Nach SPIEGEL-Informationen zeigt eine Umfrage, dass die Energiewende für die Bundesregierung im Wahljahr zum Problem werden könnte: Demnach ist den Deutschen bezahlbarer Strom wichtiger als der Atomausstieg.
Strommasten Rommerskirchen (Nordrhein-Westfalen): Energiewende

Strommasten Rommerskirchen (Nordrhein-Westfalen): Energiewende

Foto: Federico Gambarini/ dpa

Berlin - Die steigenden Kosten der Energiewende werden für die Bundesregierung vor dem Wahljahr zum Problem. Nach einer Emnid-Umfrage ist es für 77 Prozent der Wähler sehr wichtig, dass die Stromkosten bezahlbar bleiben. Nur 53 Prozent legen dagegen Wert darauf, dass der Atomausstieg gelingt. Auftraggeber der Umfrage ist die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, die vor allem von den Arbeitgebern der Metallindustrie finanziert wird.

Für sie ermittelte Emnid auch, dass zwei Drittel der Bürger maximal 50 Euro pro Jahr mehr für Strom zahlen wollen. Um die Kosten der Energiewende zu deckeln, hatte Bundesumweltminister Peter Altmaier angekündigt, den Ausbau der Erneuerbaren bis 2020 auf bis zu 40 Prozent des Strommix zu begrenzen. Damit steuert er auf einen Konflikt mit den Bundesländern zu, deren Ziel in der Summe bei über 50 Prozent liegt. Beide Szenarien plant Altmaier nun in einer Studie durchrechnen zu lassen. Kanzlerin Angela Merkel will die Ministerpräsidenten am 2. November zu einem koordinierten Vorgehen drängen.

Druck bekommt Altmaier derzeit auch von seinem Kabinettskollegen Philipp Rösler: Der FDP-Chef fordert eine grundlegende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes noch vor der Bundestagswahl. Doch der Umweltminister sträubt sich. "Wir brauchen ein Gesetz, das zehn bis zwölf Jahre hält und nicht alle acht Monate wieder ein neues", sagte Altmaier am Samstag bei einer CSU-Tagung. Auch Kartellamtschef Andreas Mundt treibt Altmeier zur Eile.

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