Spionage Bundesanwalt ermittelt wegen Nachtsichtbrillen-Geschäft

Generalbundesanwalt Kay Nehm hat einen mutmaßlichen Spion aus Hessen festnehmen lassen. Der Mann soll Militärgerät für einen fremden Staat beschafft haben.

Karlsruhe - Der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) habe gestern Haftbefehl wegen des Verdachts der geheimdienstlichen Agententätigkeit und des Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz erlassen, heißt es in einer Mitteilung der Anwaltschaft von heute.

Nach Erkenntnissen der Ermittler hat der 67-Jährige im vergangenen Jahr versucht, über einen Waffenhändler in Madrid ein Geschäft über 2000 militärisch nutzbare Nachtsichtbrillen für die Beschaffungsorganisation eines - nicht näher genannten - Staates einzufädeln. Dabei soll er Codewörter und Decknamen verwendet und zudem versucht haben, den Weg der Geräte durch die Abwicklung über die USA und ein Drittland zu verschleiern. Der Auftrag habe ein Volumen von 17 Millionen Euro gehabt. Eine weitere in diesem Zusammenhang festgenommene Person ist laut Bundesanwaltschaft gestern wieder auf freien Fuß gesetzt worden.