Ditib unter Spionage-Verdacht Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Islamverband

Imame sollen in Deutschland Anhänger des in der Türkei als Staatsfeind geltenden Predigers Fethullah Gülen ausspioniert haben: Die Bundesanwaltschaft ermittelt deshalb gegen den Islamverband Ditib.
Moschee in Duisburg

Moschee in Duisburg

Foto: Roland Weihrauch/ picture alliance / dpa

Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Spionageaktivitäten im bundesweiten Dachverband der türkischen Moscheegemeinden (Ditib). "Wir ermitteln gegen unbekannt", bestätigte eine Sprecherin der Karlsruher Behörde am Mittwoch gleichlautende Angaben des Grünen-Politikers Volker Beck.

Er hatte den Generalbundesanwalt nach SPIEGEL-Informationen bereits im Dezember zu Ermittlungen aufgefordert. Nun müsse geklärt werden, ob es in der Zwischenzeit eine Ausreise Tatverdächtiger durch die späte Aufnahme von Ermittlungen gegeben habe, forderte Beck.

Ditib hatte in der vergangenen Woche bestätigt, dass Imame des Verbands Informationen über Anhänger des in der Türkei als Staatsfeind geltenden Predigers Fethullah Gülen nach Ankara geschickt hatten. Ditib-Generalsekretär Bekir Alboga sagte dazu der "Rheinischen Post": "Die schriftliche Anweisung des türkischen Religionspräsidiums Diyanet war nicht an die Ditib gerichtet, trotzdem folgten dem einige wenige Ditib-Imame fälschlicherweise."

Zu Ditib gehören in Deutschland rund 900 Moscheegemeinden. Der Verband untersteht letztlich der Kontrolle des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Bereits im Dezember wurde in Medien berichtet, dass Ditib auf Geheiß türkischer Konsulate womöglich Kritiker Erdogans ausspähte und bei den Konsulaten denunzierte.

Der CDU-Innenexperte Armin Schuster hatte im Dezember gefordert, die rund ein Dutzend türkischen Konsulate in Deutschland auf Mitarbeiter des türkischen Geheimdiensts MIT zu untersuchen, die möglicherweise nicht offiziell gemeldet sind.

als/AFP/dpa
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