Spitzel-Affäre Schmidbauer will juristische Schritte einleiten

Der ehemalige Geheimdienstkoordinator wehrt sich gegen die Vorwürfe, er habe von der Bespitzelung von Journalisten durch den BND gewusst. Schmidbauer will rechtliche Schritte gegen die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" einleiten. 


Berlin - Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" hatte heute berichtet, dass ein ehemaliger hoher BND-Mitarbeiter den CDU-Politiker Bernd Schmidbauer in der Affäre um die Bespitzelung von Journalisten durch den BND belastet. Schmidbauer habe anders als behauptet während seiner Amtszeit von 1991 bis 1998 von der Abschöpfung und Observierung der Journalisten gewusst, sagte der einstige BND-Mitarbeiter der Zeitung. 

Ehemaliger Geheimdienstkoordinator Schmidbauer: "Behauptungen sind falsch!"
DPA

Ehemaliger Geheimdienstkoordinator Schmidbauer: "Behauptungen sind falsch!"

Schmidbauer, der von 1991 bis 1998 Geheimdienstkoordinator im Kanzleramt war, erklärte daraufhin, weder das Bundeskanzleramt noch er in seinem damaligen Amt als Staatsminister beim Bundeskanzler hätten Kenntnis über diese Vorgänge gehabt. 

In einer in Berlin von ihm verbreiteten Erklärung schreibt Schmidbauer: "Diese Behauptungen sind falsch und entsprechen nicht der Wahrheit." Er werde unverzüglich juristische Schritte einleiten. "Im Rahmen dieses Vorgehens wird dann auch zu klären sein, wer der anonyme ehemalige BND-Mitarbeiter ist, gegen welchen ich ebenfalls unverzüglich rechtlich vorgehen werde".

Es sei für ihn nicht nachvollziehbar, dass die Zeitung "die definitiv unwahre Aussage eines ehemaligen BND-Mitarbeiters, der anonym bleiben will, zum Anlass nimmt, mich öffentlich zu diskreditieren", so Schmidbauer.

anr/ddp/dpa



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