Brandenburg-Wahl AfD liegt vorn - Vierkampf um Platz zwei

Die AfD in Brandenburg könnte bei der Landtagswahl im September laut SPON-Wahltrend stärkste Kraft werden. Die neue Regierung in Potsdam dürften aber andere unter sich ausmachen.

Brandenburger AfD-Chef Andreas Kalbitz: rechtsaußen unter Rechten
Carsten Koall/Getty Images

Brandenburger AfD-Chef Andreas Kalbitz: rechtsaußen unter Rechten


Für die Rechten wäre es ein Triumph, für die meisten anderen wohl eher eine Horrorvorstellung, auf jeden Fall eine Premiere: Die AfD könnte bei der Wahl am 1. September in Brandenburg erstmals stärkste Kraft in einem Bundesland werden.

Im aktuellen SPON-Wahltrend liegen die Rechtspopulisten im Osten mittlerweile klar vorn. Die AfD kommt hier auf gut 21 Prozent. Damit verbessert sie sich im Vergleich zum Vormonat noch einmal leicht.

Mit weiteren Verlusten müssen dagegen die Sozialdemokraten von Ministerpräsident Dietmar Woidke rechnen. Sie erreichen nur noch etwa 17 Prozent - im Juni lagen sie mit mehr als 21 Prozent noch auf Rang eins. Auch die mitregierenden Linken schwächeln. Sie fallen auf unter 17 Prozent - und liegen fast gleichauf mit der Union.

Dagegen legt eine Partei zu, die sich im Osten traditionell schwertut: Die Grünen profitieren offenbar auch in Brandenburg vom Bundestrend und stehen derzeit bei etwa 15 Prozent. Damit liefern sich gleich vier Parteien einen Kampf um den zweiten Platz. Die FDP muss mit 5 Prozent um den Einzug in den Landtag zittern.

Der Brandenburg-Wahltrend ist eine Umfrage von SPIEGEL ONLINE in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey und dem "Tagesspiegel".

Die Chancen auf eine Neuauflage der rot-roten Koalition sind den Ergebnissen zufolge verschwindend gering. In Potsdam richtet man sich längst auf ein Mitte-Links-Bündnis mit den Grünen ein. Es wäre die einzig halbwegs etablierte Konstellation, die rechnerisch möglich erscheint.

Doch auch eine Mehrheit für diese Dreierallianz ist nicht sicher. SPD, Linke und Grüne kommen derzeit auf knapp 49 Prozent. Allerdings ist dann völlig unklar, wer diese Koalition anführen würde. Zu eng liegen die drei Parteien beieinander.

Auch inhaltlich dürfte es unter Rot-Rot-Grün durchaus Differenzen geben, etwa in der Umweltpolitik. Der Kohleausstieg betrifft in Brandenburg besonders viele Menschen. SPD und Teile der Linken hatten hier deshalb in der Vergangenheit immer wieder gebremst. Und auch in der Bevölkerung gibt es vergleichsweise große Vorbehalte. Laut SPON-Wahltrend befürworten nur etwa 46 Prozent der Befragten in Brandenburg den Kohleausstieg. Bundesweit sind es weit über 60 Prozent. Doch in einer Regierung werden die Grünen besonders auf einen schnellen Ausstieg dringen.



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kev



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