SPON-Umfrage Eine bayerische CDU hätte für Grüne und FDP katastrophale Folgen

Im Flüchtlingsstreit in der Union geht es um alles. Zerfällt das Bündnis, könnte die CDU gegen die CSU in Bayern antreten - laut einer Umfrage würden darunter vor allem Grüne und Liberale massiv leiden.
Münchner Innenstadt

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Foto: Peter Kneffel/ dpa

Angela Merkel (CDU) hält den Umgang mit der Migration nach Europa für eine Schicksalsfrage für die EU. Das betonte die Kanzlerin in ihrer Regierungserklärung am Donnerstagmorgen vor dem Bundestag - und flog anschließend nach Brüssel, wo sie seither mit den Staats- und Regierungschefs über eine oder mehrere Antworten dieser Schicksalsfrage verhandelt hat. Eine Einigung wurde erzielt.

Die bayerische Schwesterpartei CSU um Innenminister Horst Seehofer will bis Sonntag aber in jedem Fall Ergebnisse, die sie zufriedenstellt - oder einen nationalen Alleingang an einigen deutschen Grenzen gehen. Die mögliche Folge: Merkel würde Seehofer entlassen, die CSU aus dem Kabinett ausscheiden und die CDU künftig in Bayern antreten. Welche Folgen das wiederum haben würde, hat das Online-Meinungsforschungsinstituts Civey für SPIEGEL ONLINE und die "Augsburger Allgemeine " erhoben.

Wenn am Sonntag Landtagswahl in Bayern wäre und die CDU zusätzlich zur CSU anträte, würden 17,4 Prozent "sehr wahrscheinlich" die Partei von Angela Merkel wählen, 5,5 Prozent "eher wahrscheinlich", 3,1 Prozent wären "unentschieden", 15,3 Prozent hielten es für "eher unwahrscheinlich" und 58,7 Prozent für "ausgeschlossen". Der statistische Fehler lag bei 2,8 Prozent.

Fatale Folgen hätte eine bayerische CDU weniger für die CSU, die mit 14,4 Prozent nur verhältnismäßig wenige Wähler "sehr wahrscheinlich" an die einstige Schwesterpartei verlieren würde, dafür umso mehr für Grüne und FDP. Die Liberalen würden 30,1 Prozent, die Grünen 34,1 Prozent an die CDU verlieren. Auch die SPD hätte 23,3 Prozent weniger Wähler.

Sowohl die Linke (9,2 Prozent) als auch die Alternative für Deutschland (4,9 Prozent) würden von der historischen Abspaltung kaum betroffen sein, ebenso wie die Freien Wähler (15,7). Der statistische Fehler lag im Schnitt bei 9,3 Prozent.

Anmerkungen zur Methodik: Der SPON-Wahltrend wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 20. bis 28. Juni 2018 online erhoben. Die Stichprobe umfasste mehr 4107 Befragte.

Wer steckt hinter Civey-Umfragen?

An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

dop
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