SPON-Wahltrend AfD verliert, große Parteien bleiben stabil

Der AfD-Höhenflug scheint gestoppt, bei den jüngsten Wahlen schafften die Rechtspopulisten keine zweistelligen Resultate. Auch im SPON-Wahltrend fällt die Partei zurück. Die Ergebnisse im Überblick.
Ein Parteimitglied der AfD

Ein Parteimitglied der AfD

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Es läuft nicht mehr so richtig für die AfD. Im vergangenen Jahr holten die Rechtspopulisten bei den Landtagswahlen oft zweistellige Ergebnisse. In diesem Jahr sieht es anders aus: In Schleswig-Holstein zog die AfD zwar ins Parlament ein, mit 5,9 Prozent aber nur knapp. Und vergangenen Sonntag in Nordrhein-Westfalen waren es nur 7,4 Prozent, auch wenn Alice Weidel, Spitzenkandidatin für den Bund, von einem "sensationellen" Ergebnis sprach.

Im aktuellen SPON-Wahltrend in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey wird diese Entwicklung bestätigt: Die AfD verliert dort im Vergleich zu anderen Parteien an Zustimmung.

Im Superwahljahr 2017 befragen wir Sie regelmäßig zu Ihrer Parteipräferenz. Jeder Nutzer kann mitmachen, die Ergebnisse sind für ganz Deutschland repräsentativ. Am Ende dieses Artikels erfahren Sie mehr zur Methodik. Dort können Sie die Sonntagsfrage auch selbst beantworten.

Wir wollten wissen: Welche Partei würden Sie wählen? So haben Sie abgestimmt:

1. Union und SPD mit konstanten Werten

In der vergangenen Woche eilten CDU und CSU der SPD davon, jetzt setzte sich das nicht fort: Die Union kommt auf 38,3 Prozent, die Sozialdemokraten auf 26,7 Prozent. Beide großen Parteien zeigen sich in der Wählergunst damit recht stabil.

Die AfD verliert 1,4 Prozentpunkte und erreicht jetzt 7,8 Prozent. Grüne und FDP verbessern sich jeweils um einen halben Prozentpunkt und kommen auf sieben beziehungsweise 6,8 Prozent. Auch die Linke legt mit 0,8 Prozentpunkten leicht zu und kommt damit auf 9,3 Prozent.

2. Die AfD verliert im Langzeittrend

Ob das Sinken der AfD-Werte nur ein Ausrutscher nach unten ist oder ob sich ein weiterer Abwärtstrend daraus ableiten lässt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Für den Moment kann man festhalten: Zweistellige Werte wie zu Beginn des Jahres erreichen die Rechtspopulisten seit Längerem nicht mehr, wie der Wochenvergleich zeigt:

3. Beste Werte für die SPD bei den Senioren

Bei den Altersgruppen setzte sich die Tendenz der vergangenen Wochen fort: Die SPD hat ihre besten Werte jetzt bei der Wählergruppe 65+. In der ersten Euphorie nach der Nominierung von Martin Schulz als Kanzlerkandidat waren es noch die 18- bis 29-Jährigen gewesen. Die Union konnte jetzt deutlich bei den 30- bis 39-Jährigen zulegen und kommt bei diesen Wählern auf 40 Prozent.

Anmerkungen zur Methodik: Der SPON-Wahltrend wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 11.5. bis 16.5.2017 online erhoben. Die Stichprobe umfasste 7560 Befragte, der statistische Fehler lag beim Gesamtergebnis bei 2,5 Prozent. Bei der Befragung nach Altersgruppen und Geschlechtern und ihrer Parteipräferenz liegt die statistische Fehlertoleranz etwas höher. Sehr feine Unterschiede sind in diesen Ergebnissen also nicht aussagekräftig.

Im Wahljahr befragen SPIEGEL ONLINE und Civey regelmäßig Leserinnen und Leser zu aktuellen politischen Themen. Stimmen Sie hier ab - den aktuellen Stand sehen Sie sofort, wenn Sie teilgenommen haben.

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