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06. November 2017, 14:02 Uhr

SPON-Wahltrend

Neuwahlen - was würde sich ändern?

Die Jamaika-Sondierungen sind schwierig, einige Politiker bringen bereits eine Neuwahl ins Spiel. Und danach - wie stünden die Parteien da? Der SPON-Wahltrend.

Die Sondierungsverhandlungen über eine Jamaikakoalition verlaufen schleppend. In vielen Punkten fehlt noch eine Einigung. Vor allem die FDP spricht bereits von der Option einer Neuwahl. Die Liberalen hätten "keine Angst" davor, sagt etwa Partei-Chef Christian Lindner - und erntet dafür Kritik aus Reihen von Union und Grünen.

Doch wer würde überhaupt von Neuwahlen profitieren?

Laut aktuellem SPON-Wahltrend gäbe es im Vergleich zur Bundestagswahl keine gravierenden Änderungen. Am deutlichsten wäre ein Unterschied noch bei der Union spürbar: Sie würde im Vergleich zur Bundestagswahl (33 Prozent) zwei Prozentpunkte verlieren und auf 31 Prozent abrutschen.

Für die Sozialdemokraten bliebe es etwa bei dem Ergebnis, das sie im September einfuhr (20,5). Die AfD könnte einen Stimmenzuwachs von etwa einem Prozentpunkt verbuchen, läge derzeit als drittstärkste Kraft bei 13,7 Prozent.

Die Liberalen, die am lautesten Neuwahlen ins Spiel bringen, würden im Vergleich zur Bundestagswahl (10,7) im SPON-Wahltrend höchstens leicht zulegen.

Nur die Grünen könnten von einer Neuwahl derzeit profitieren und mit 10,1 Prozent im Vergleich zur Bundestagswahl (8,9 Prozent) zweistellig abschneiden, die Linke bliebe bei etwas über 9 Prozent.

Die Veränderungen bei den jeweiligen Parteien liegen allerdings alle noch im Bereich der Fehlertoleranz der Umfrage. Zudem könnten die Ankündigung von Neuwahlen eine Dynamik auslösen, die schwer zu erheben ist.

Bei dem vorliegenden Ergebnis des SPON-Wahltrends bliebe es bei den gleichen Bündnismöglichkeiten wie nach der Wahl im September: Einer großen Koalition aus CDU und SPD und einem Jamaika-Bündnis bestehend aus Union, FDP und Grünen.

Anmerkungen zur Methodik: Der SPON-Wahltrend wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 27.Oktober bis 6. November 2017 online erhoben. Die Stichprobe umfasste mehr als 10.000 Befragte. Der statistische Fehler lag bei 2,5 Prozent.

Wer steckt hinter Civey?

Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Das Start-up arbeitet mit unterschiedlichen Partnern zusammen, darunter sind neben SPIEGEL ONLINE auch der "Tagesspiegel", "Cicero", der "Freitag" und Change.org. Civey wird durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

mho

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