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28. August 2019, 15:01 Uhr

SPON-Wahltrend

CDU baut Vorsprung in Sachsen aus, SPD holt in Brandenburg AfD ein

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Zeitweise sah es so aus, als könnte die AfD in Brandenburg und Sachsen ganz vorne landen. Doch kurz vor den Landtagswahlen legen die Regierungsparteien der Ministerpräsidenten wieder zu.

Wenige Tage vor den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen ist für die Parteien der beiden Ministerpräsidenten ein leichter Aufwärtstrend zu verzeichnen. In Brandenburg liegt die SPD um Amtsinhaber Dietmar Woidke mit 20 Prozent erstmals seit Mitte Juni wieder mit der AfD gleichauf und könnte damit am Sonntag doch noch stärkste Kraft werden. In Sachsen stabilisiert die CDU von Ministerpräsident Michael Kretschmer ihr Umfrageergebnis von 29 Prozent und liegt damit vier Prozentpunkte vor der AfD.

Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für SPIEGEL ONLINE, die für Brandenburg in Kooperation mit dem "Tagesspiegel" erfolgt.

In beiden Bundesländern wird am Sonntag ein neues Parlament gewählt. Zeitweise sah es in Brandenburg und Sachsen nach einem Wahlsieg der AfD aus - das hat sich geändert. Dies liegt in beiden Ländern aber nicht so sehr an einer Schwäche der AfD, sondern eher am Schlussspurt der Parteien, die derzeit den Regierungschef stellen.

In Brandenburg hofft SPD-Ministerpräsident Woidke, auch weiterhin eine Regierung unter seiner Führung bilden zu können. Im Vergleich zur vergangenen Auswertung vor zwei Wochen kann seine Partei mit etwa zwei Prozentpunkten am stärksten zulegen. Dieser positive Trend ist bereits seit mehreren Wochen ablesbar. Die AfD liegt im Vergleich zur vorherigen Auswertung weiter unverändert bei 20 Prozent.

Verlierer in Brandenburg sind die Grünen, die mehr als zwei Prozentpunkte einbüßen und auf knapp 15 Prozent kommen. Bei den anderen Parteien gab es kaum Bewegung: Die Linken liegen stabil bei gut 16 Prozent, die FDP muss mit 4,9 Prozent weiterhin um den Einzug ins Parlament bangen.

Wie bei dieser Stimmenverteilung die nächste Regierung aussehen könnte, ist offen. Als wahrscheinlichste Variante gilt ein Bündnis der bisherigen Regierungsparteien SPD und Linke mit den Grünen als drittem Partner.

In Sachsen ist im Vergleich zur Vorwoche kaum eine Veränderung bei den Werten festzustellen. Die CDU legt im Trend etwas zu, sie kommt auf 29 Prozent. Die Partei von Ministerpräsident Kretschmer verzeichnet seit Monatsbeginn in den Umfragewerten einen leichten Anstieg. Sie überholte damit auch wieder die AfD, die kurzzeitig sogar knapp vor ihr lag, aber nun bei 25 Prozent liegt.

Die SPD als bisheriger Koalitionspartner steht weiterhin bei knapp 9 Prozent. Für eine Mehrheit und Fortsetzung der sächsischen GroKo ist das zu wenig. Wie eine künftige sächsische Landesregierung nach der Wahl aussieht, ist offen. Eine mögliche Option wäre nach dem Vorbild von Sachsen-Anhalt das sogenannte Kenia-Bündnis aus CDU, Grünen und SPD. Das Verhältnis zwischen CDU und Grünen gilt in Sachsen aber als belastet.

Bei den anderen Parteien gibt es wie bei der AfD kaum Bewegung: Die Grünen kommen auf knapp 11 Prozent, die Zustimmung für die Linke liegt bei 15 Prozent. Die FDP könnte mit knapp 6 Prozent ins Parlament einziehen.

Der statistische Fehler für Sachsen lag bei 2,5 Prozent (Befragungszeitraum 4. August bis 28. August) und in Brandenburg bei 3,2 Prozent (Befragungszeitraum 31. Juli bis 28. August).

SPIEGEL TV: Vor den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg

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