SPON-Wahltrend Union deutlich vor SPD, AfD erholt sich

Kommt die AfD bald wieder auf zweistellige Ergebnisse? Die Rechtspopulisten legen im SPON-Wahltrend leicht zu - die SPD hingegen muss weiter einstecken. Die Ergebnisse im Überblick. Stimmen Sie selbst ab!


Konstanter Vorsprung: Die Unionsparteien liegen im SPON-Wahltrend erneut deutlich vor der SPD. Wie schon in der vergangenen Woche müssen die Genossen einen Fünf-Prozent-Vorsprung des Koalitionspartners hinnehmen. Und auch bei der Kanzlerfrage steht SPD-Chef Martin Schulz nicht mehr so heldenhaft da wie noch vor einigen Wochen. 41 Prozent der Befragten würden sich heute für CDU-Chefin Angela Merkel entscheiden, für Schulz noch rund 38 Prozent.

Etwas besser läuft es für die AfD. Die Rechtspopulisten steuern wieder auf zweistellige Umfragewerte zu; in dieser Woche legen sie von neun Prozent auf 9,5 zu. Zu Beginn des Monats lag die Partei noch bei knapp acht Prozent, scheint sich also langsam zu erholen.

Diese und andere Ergebnisse hat die wöchentliche Umfrage von SPIEGEL ONLINE und dem Meinungsforschungsinstitut Civey ergeben. Im Superwahljahr 2017 befragen wir Sie regelmäßig zu Ihrer Parteipräferenz- in Echtzeit, für jeden Nutzer zugänglich und mit für ganz Deutschland repräsentativen Ergebnissen. Am Ende des Artikels erfahren Sie mehr zur Methodik. Dort können Sie die Sonntagsfrage auch selbst beantworten.

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1. Unionsparteien weiter vor SPD

CDU und CSU liegen dem SPON-Wahltrend zufolge derzeit bei 34,4 Prozent der Wählerstimmen. Damit büßen sie zwar im Vergleich zur Vorwoche leicht ein (35,1 Prozent), liegen aber weiter deutlich vor der SPD, die in dieser Woche auf 29,8 Prozent kommt - und damit zum ersten Mal seit Wochen unter die 30-Prozent-Marke rutscht. Das kann allerdings mit der statistischen Fehlerquote wieder ausgeglichen werden. In den nächsten Wochen wird sich also zeigen, ob es sich um einen einmaligen Ausschlag handelt oder um einen tatsächlichen Trend.

2. Merkel liegt vor Schulz

Auch in der Kanzlerfrage haben die Unionsparteien derzeit das bessere Ergebnis. Schulz ist medial weniger präsent als noch vor einigen Monaten, das schlägt sich offenbar auch in den Zahlen nieder. Müssten sich die Befragten heute für eine Kanzlerin oder einen Kanzler entscheiden, würden 41,2 Prozent für Angela Merkel stimmen. 37,5 Prozent favorisieren hingegen Martin Schulz. Auch in Anbetracht des statistischen Fehlers von 2,5 Prozent ist also das Rennen in dieser Woche knapp zugunsten der Unionskandidatin entschieden.

3. Die AfD legt leicht zu

Wie schon in der Woche zuvor kann die AfD einen leichten Anstieg der Wählerstimmen verbuchen. Sie liegt nun bei 9,5 Prozent - und hat damit gute Chancen, bald wieder im zweistelligen Bereich zu landen. Das schaffte sie zuletzt im März.

Grüne und Linke stagnieren im Vergleich zur Vorwoche nahezu. Einzig die FDP kann ein deutlicheres Plus verzeichnen und kommt nun auf 6,3 Prozent (Vorwoche: 5,8 Prozent). Damit ist sie zwar weiter Schlusslicht bei den Umfragewerten, würde es aber bei einer Wahl deutlicher als zuvor ins Parlament schaffen.

Anmerkungen zur Methodik: Der SPON-Wahltrend wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 9.4. bis 17.4.2017 online erhoben. Die Stichprobe umfasste 7554 Befragte, der statistische Fehler lag beim Gesamtergebnis bei 2,5 Prozent. Sehr feine Unterschiede sind in diesen Ergebnissen also nicht aussagekräftig.

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Wie funktioniert die Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen vollautomatisierten Verfahren. Alle repräsentativen Echtzeitumfragen werden in einem deutschlandweiten Netzwerk aus mehr als 20.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"), es werden also nicht nur Nutzer von SPIEGEL ONLINE befragt. Jeder kann online an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die sicherstellt, dass sie beispielsweise in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte der Grundgesamtheit entspricht. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach weiteren soziodemografischen Faktoren und Wertehaltungen der Abstimmenden gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Civey FAQ.
Warum ist eine Registrierung nötig?
Die Registrierung hilft dabei, die Antworten zu gewichten, und ermöglicht so ein Ergebnis für die Umfragen, das für die Wahlbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist. Jeder Teilnehmer wird dabei nach seinem Geschlecht, Geburtsjahr und Wohnort gefragt. Danach kann jeder seine Meinung auch in weiteren Umfragen zu unterschiedlichen Themen abgeben.
Wie werden die Ergebnisse repräsentativ?
Die Antwort jedes Teilnehmers wird so gewichtet, dass das Resultat einer Umfrage für die Grundgesamtheit repräsentativ ist. Bei der Sonntagsfrage und beim Regierungsmonitor umfasst diese Grundgesamtheit die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Die Gewichtung geschieht vollautomatisiert auf Basis der persönlichen Angaben bei der Registrierung sowie der Historie früherer Antworten eines Nutzers. Weitere Details zur Methodik stehen im Civey-Whitepaper.
Erreicht man online überhaupt genügend Teilnehmer?
Meinungsumfragen werden in der Regel telefonisch oder online durchgeführt. Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist entscheidend, wie viele Menschen erreicht werden können und wie viele sich tatsächlich an einer Umfrage beteiligen, wenn sie angesprochen werden. Internetanschlüsse und Festnetzanschlüsse sind in Deutschland derzeit etwa gleich weit verbreitet - bei jeweils rund 90 Prozent der Haushalte, Mobiltelefone bei sogar 95 Prozent. Die Teilnahmebereitschaft liegt bei allen Methoden im einstelligen Prozentbereich, besonders niedrig schätzen Experten sie für Telefonumfragen ein.
Es gibt also bei beiden Methoden eine Gruppe von Personen, die nicht erreicht werden kann, weil sie entweder keinen Anschluss an das jeweilige Netz hat oder sich nicht an der Umfrage beteiligen möchte. Deshalb müssen für ein aussagekräftiges Ergebnis immer sehr viele Menschen angesprochen werden. Civey-Umfragen sind derzeit neben SPIEGEL ONLINE in mehr als 20.000 andere Webseiten eingebunden, darunter auch unterschiedliche Medien. So wird gewährleistet, dass möglichst alle Bevölkerungsgruppen gut erreicht werden können.
Woran erkenne ich die Güte eines Ergebnisses?
Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
Was bedeutet es, wenn sich die farbigen Bereiche in den Grafiken überschneiden?
In unseren Grafiken ist der statistische Fehler als farbiges Intervall dargestellt. Dieses Intervall zeigt jeweils, mit welcher Unsicherheit ein Umfragewert verbunden ist. Zum Beispiel kann man bei der Sonntagsfrage nicht exakt sagen, wie viel Prozent eine Partei bei einer Wahl bekommen würde, jedoch aber ein Intervall angeben, in dem das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen wird. Überschneiden sich die Intervalle von zwei Umfragewerten, dann können streng genommen keine Aussagen über die Differenz getroffen werden. Bei der Sonntagsfrage heißt das: Liegen die Umfragewerte zweier Parteien so nah beieinander, dass sich ihre Fehlerintervalle überlappen, lässt sich daraus nicht ableiten, welche von beiden aktuell bei der Wahl besser abschneiden würde.
Was passiert mit meinen Daten?
Die persönlichen Daten der Nutzer werden verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert und bleiben geheim. Mitarbeiter von Civey arbeiten für die Auswertungen lediglich mit User-IDs und können die Nutzer nicht mit ihrer Abstimmung in Verbindung bringen. Die persönlichen Angaben der Nutzer dienen vor allem dazu, die Antworten zu gewichten und sicherzustellen, dass die Umfragen nicht manipuliert werden. Um dies zu verhindern, nutzt Civey statistische wie auch technische Methoden. Darüber hinaus arbeitet Civey mit externen Partnern zusammen, die Zielgruppen für Werbetreibende erstellen. Nur wenn Nutzer die Datenschutzerklärung sowohl von Civey als auch von einem externen Partner akzeptiert haben, dürfen Ihre Antworten vom Partner zur Modellierung dieser Zielgruppen genutzt werden. Ein Partner erhält aber keine Informationen zu Ihren politischen und religiösen Einstellungen sowie solche, mit denen Sie identifiziert werden können. Civey-Nutzer werden auch nicht auf Basis ihrer Antworten mit Werbung bespielt. Der Weitergabe an Partner können Sie als eingeloggter Nutzer jederzeit hier widersprechen. Mehr Informationen zum Datenschutz bei Civey finden Sie hier.
Wer steckt hinter Civey-Umfragen?
An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

vks

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Seite 1
auf_dem_Holzweg? 19.04.2017
1. Rechtzeitig vor Wahlbeginn
läuft sie wieder an, die staatliche Werbetrommel. Mit Umfragen. Ganz etwas neues. Bisher gab es aber noch niemanden, der jemals einen kannte, der an einer Umfrage teilgenommen hat. Genau soviel ist das Ergebnis wert. Es gab niemals einen Schulzboom, alles reines Pressegeld , und Merkel wird aufgrund der Nichtwähler wieder gewinnen.
stefan.p1 19.04.2017
2. Zur Methode der
Trau keiner Statistik die du nicht selber gefälscht hast! Die Methode ist einfach unübersichtlich und schreit nach Meinungsmache für die Auftragsgeber. Zur Wahl selber kann ich nur sagen - wen soll ich wählen wenn ich mit der Politik der Regierung nicht einverstanden bin? Da gibt es leider nur eine Alternative.
kleinsteminderheit 19.04.2017
3. Farbe bekennen
Für Martin Schulz wird es Zeit, Farbe zu bekennen. Zusammen mit der LINKEN wird man in 2017 nicht Bundeskanzler. Auch war es zur Türkeidebatte und dem Abstimmungsverhalten der Deutschtürken im Willi Brand Haus zu still. Da kamen ausgerechnet von den Grünen klarere Worte. Auch zu den Defiziten in der inneren Sicherheit, welche sich nach den jüngsten Anschlägen immer drängender zeigen, kam nichts markantes. Hier könnte die CDU Punkten. Gerechtigkeit ist wichtig, wir haben aber auch andere wichtige Themen.
furorteutonikus 19.04.2017
4. Kleineres Übel
Tja, Herr Schulz und Spd, die Wähler sind zwar blöd, aber nicht so blöd, dass sie das Geschwafel eines Europabesessennen, der noch mehr Flüchtlinge-, und noch mehr Schulden von den anderen EU-Ländern durch Deutschland übernehmen will, glauben. Leider hatten sie sich inhaltlich nur auf Hartz 4 beschränkt und sonst nur meta-pathetische Sprüche losgelassen. Es geht nur noch darum das kleinere Übel zu wählen, solange Merkel noch da ist.
Subco1979 19.04.2017
5. Logische Entwicklung
Aus dem wichtigsten Absatz: "der statistische Fehler lag beim Gesamtergebnis bei 2,5 Prozent." - Wenn ich mir die Änderungen im Laufe der Zeit unter dieser Premisse ansehe, gibt es also keinen Unterschied bis auf einen: Die SPD hatte zu Zeiten der Predigt-artigen medialen Verbreitung des "Messias Schulz" tatsächlich einen temporären Zuwachs zu verzeichnen. Allerdings bleibt der Zuwachs trotz des medialen Dauerfeuers innerhalb der Grenzen des statistischen Fehlers - bzw. absolut bei ca 2%. Abschließend lässt sich also sagen, dass die Werbung zwar tatsächlich einen Effekt auf die Menschen bei ihrer Wahlentscheidung hat, dieser aber sehr gering ist und nur bei extrem knappen Ergebnissen das Zünglein an der Waage spielen kann - und das auch nur temporär. Eigentlich logisch, da sich die Lebensumstände der Menschen nicht wirklich in dem Zeitraum geändert haben.
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