Update - der SPON-Wahltrend Je älter, desto AfD

Der neue SPIEGEL-ONLINE-Wahltrend zeigt die Zustimmung für Parteien - repräsentativ und in Echtzeit. So haben Sie abgestimmt.

SPD und Union punkten in unterschiedlichen Altersgruppen, mit der FDP sympathisieren eher Männer als Frauen - und die AfD könnte drittstärkste Kraft im Bundestag werden: Das sind aktuelle Ergebnisse des SPIEGEL-ONLINE-Wahltrends.

Kurz vor dem Superwahljahr 2017 hat SPIEGEL ONLINE zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey eine neuartige Umfrage gestartet: Leser können direkt über ihre Parteipräferenz und wichtige politische Themen abstimmen - in Echtzeit, für jeden Nutzer zugänglich und mit repräsentativen Ergebnissen.

Vergangene Woche fragten wir : Wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre? So haben Sie abgestimmt (die Ergebnisse spiegeln die Stimmung vor dem Anschlag in Berlin wider - weiter unten können Sie die Sonntagsfrage erneut beantworten):

1. Mehrheit für Große Koalition, AfD drittstärkste Kraft.


Hätte Deutschland vergangene Woche gewählt, kämen CDU und CSU gemeinsam auf 34,2 Prozent, die SPD auf 21,3 Prozent. Die Große Koalition hätte also weiterhin eine Mehrheit, doch beide Volksparteien haben im Vergleich zur letzten Bundestagswahl an Zustimmung verloren. Im Jahr 2013 holte die Union 41,5 Prozent, die SPD 25,7.

Die AfD ist im SPON-Wahltrend mit 13,5 Prozent drittstärkste Kraft. Die anderen Parteien halten sich stabil im niedrigen zweistelligen Bereich: Grüne und Linke kommen beide auf rund zehn Prozent. Die FDP, die zuletzt mehrere Wahlerfolge feierte, könnte auch bundesweit ein Comeback schaffen: In der Umfrage schaffen die Liberalen den Sprung über die Fünfprozenthürde.

2. Frauen mögen Grün, Männer Gelb


In der Präferenz der Volksparteien liegen Männer und Frauen kaum auseinander, bei den kleineren Parteien sieht man aber zum Teil deutliche Unterschiede: Während 16 Prozent der männlichen Befragten die AfD wählen würden, sind es bei den Frauen rund elf Prozent. Auch die FDP ist bei Männern beliebter als bei Frauen. Die Grünen wiederum werden von weiblichen Wählern leicht bevorzugt.

Der männliche Hang zu einem Ja für Rechtspopulisten zeigte sich zuletzt bei der Präsidentschaftswahl in Österreich, dort zeigte sich eine auffällige Differenz: Deutlich mehr Männer als Frauen wählten den FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer.

3. Je älter, desto AfD


Die Grünen haben bei Rentnern keine Chance. Würden nur Menschen über 65 zur Wahl gehen, würde die Ökopartei wohl an der Fünfprozenthürde scheitern. Grundsätzlich kann man festhalten: Je älter ein potenzieller Wähler ist, desto eher wählt er die AfD. Ihre höchsten Zustimmungswerte bekommt die rechtspopulistische Partei bei 50- bis 64-Jährigen (rund 18 Prozent).

Die Linke bekommt in allen Altersgruppen konstant um die zehn Prozent. Die SPD punktet am stärksten bei Jüngeren: Mit rund 27 Prozent bekommen die Sozialdemokraten am meisten Zustimmung von 18- bis 19-Jährigen. Bei den über 40-Jährigen ist hingegen die Union am stärksten: In der Altersgruppe zwischen 40 und 49 Jahren erreicht die Union einen Spitzenwert von fast 40 Prozent Zustimmung.

4. Zustimmung, Alter und Geschlecht: Alle Ergebnisse im Überblick


Anmerkung der Redaktion: Die Umfrage wurde vor dem Terroranschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin erhoben. Außerdem ist bei der Befragung nach Altersgruppen derzeit eine verhältnismäßig hohe statistische Fehlertoleranz von fünf bis sechs Prozent feststellbar. Durch wiederholte Befragungen fallen die Ergebnisse künftig präziser aus.

Sie wollen selbst die Sonntagsfrage beantworten?

Hier können Sie mitmachen und sich als Teilnehmer registrieren. Mehr über die Civey-Methodik erfahren Sie weiter unten in diesem Artikel. Den aktuellen Stand sehen Sie sofort, wenn Sie teilgenommen haben. SPIEGEL ONLINE wertet die Ergebnisse regelmäßig aus und informiert Sie über spannende Entwicklungen und Veränderungen.

amz/pst
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.