Spott aus dem Off Pauli lästert über CSU-Führungstandem

Es war still geworden um Gabriele Pauli, nun meldet sich die CSU-Rebellin a. D. zurück - mit harscher Kritik am Spitzenduo ihrer früheren Partei: Von Führungsstärke könne bei Günther Beckstein und Erwin Huber keine Rede sein.


München - Vor etwas mehr als vier Monaten hat Gabriele Pauli der CSU den Rücken gekehrt. Nun schickt die Fürther Landrätin, die mit Spitzelvorwürfen gegen die Staatskanzlei den Sturz von Edmund Stoiber auslöste, wieder Giftpfeile in Richtung ihrer alten politischen Heimat.

Fürther Landrätin Gabriele Pauli: "Frei wie ein Vogel"
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Fürther Landrätin Gabriele Pauli: "Frei wie ein Vogel"

Pauli übt harsche Kritik am Führungstandem aus Parteichef Erwin Huber und Ministerpräsident Günther Beckstein. "Es ist kein führungsstarkes Duo", sagte die 50-Jährige der Illustrierten "Bunte". "Da ist kein Gleichklang. Beckstein hat die Fraktion nicht im Griff, und Huber repräsentiert Bayern in Berlin mehr schlecht als recht."

Pauli warf den beiden CSU-Spitzenpolitikern vor, sie würden "versuchen, sich aus der Verantwortung zu stehlen". Die Landrätin versicherte, sie habe mit den aktuellen Streitigkeiten in der Partei nichts zu tun. Allerdings vermisst sie in der CSU revolutionäre Tendenzen. Sie habe manchmal den Eindruck, dass manche wieder auf einen Rebellen oder eine Rebellin warteten, sagte sie.

Ende April wird Pauli, die bei der Kommunalwahl nicht mehr angetreten war, ihr Amt als Landrätin abgeben. "Und ansonsten bin ich frei wie ein Vogel, ich vertraue auf meine Kraft und den Himmel", beschrieb sie ihre Pläne.

phw/AP



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