»Es ist vorbei« Bayern stoppt Produktion des russischen Coronaimpfstoffes Sputnik V

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat die Reißleine gezogen: Aufgrund der aktuellen Aggressionen Russlands gegen die Ukraine wird es keinen russischen Impfstoff Made in Germany geben.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, am 23.02.2022 im bayerischen Landtag: »Es ist aus unserer Sicht nicht vorstellbar, dass dieses Projekt jetzt verwirklicht werden kann«

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, am 23.02.2022 im bayerischen Landtag: »Es ist aus unserer Sicht nicht vorstellbar, dass dieses Projekt jetzt verwirklicht werden kann«

Foto: Sven Hoppe / dpa

Bayern stellt die Produktion des russischen Coronaimpfstoffes Sputnik V ein. Dies gelte, selbst wenn der Impfstoff von der Europäischen Arzneimittelagentur zugelassen werde, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder unter Berufung auf die jüngsten Aggressionen Russlands gegenüber der Ukraine. Laut Söder seien weder Verträge zur Herstellung des Impfstoffs in Deutschland noch eine Zulassung durch die Europäische Union unterzeichnet worden. »Es ist aus unserer Sicht nicht vorstellbar, dass dieses Projekt jetzt verwirklicht werden kann«, sagte Söder im bayerischen Landtag . »Dies ist vorbei.«

Im vergangenen Jahr unterzeichnete das bayerische Gesundheitsministerium eine Absichtserklärung mit dem russischen staatlichen Investmentfonds RDIF, der den Impfstoff vermarktet. Das Bundesland hatte vor, 2,5 Millionen Dosen Sputnik V zu kaufen, sobald der Impfstoff von der Europäischen Arzneimittelagentur Ema zugelassen wird. Das russische Pharmaunternehmen R-Pharm errichtete eine Produktionsstätte in Bayern, um regionale Produktionskapazitäten in Deutschland zu schaffen, in denen monatlich bis zu acht bis zehn Millionen Impfdosen hergestellt werden sollten.

Der ehemalige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte im April, Deutschland verhandle mit Russland über einen Vorvertrag zum Kauf des Sputnik-V-Impfstoffs, dessen Zulassung durch die Ema noch aussteht. Weder R-Pharm Deutschland noch das Bundesgesundheitsministerium waren bisher für eine Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erreichbar.

jso/Reuters