Trauerfeier in Hamburg Kissinger spricht bei Staatsakt für Helmut Schmidt

Freundschaftsdienst für den Altkanzler: Beim Staatsakt im Hamburger Michel spricht außer Kanzlerin Merkel auch Helmut Schmidts langjähriger Weggefährte Henry Kissinger - dabei wollte der US-Politiker, dass es nie dazu kommt.
Kissinger und Schmidt 1974: Der Ex-US-Außenminister spricht beim Staatsakt

Kissinger und Schmidt 1974: Der Ex-US-Außenminister spricht beim Staatsakt

Foto: Endlicher/ AP

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der frühere US-Außenminister Henry Kissinger sind beim Staatsakt für Altkanzler Helmut Schmidt in Hamburg als Redner vorgesehen. An den vor einer Woche gestorbenen SPD-Politiker werden auch Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und der Pastor der Hauptkirche St. Michaelis, Alexander Röder, erinnern. Das teilte das Bundesinnenministerium mit.

Helmut Schmidt war vergangene Woche im Alter von 96 Jahren in seinem Wohnhaus in Hamburg gestorben. Der SPD-Politiker regierte zwischen 1974 und 1982 als Bundeskanzler in einer Koalition mit der FDP.

Zum Staatsakt am 23. November, der live im Fernsehen übertragen werden soll, werden rund 1800 Gäste erwartet. Anschließend soll es vor der Kirche ein großes militärisches Ehrengeleit geben. Nach dem Staatsakt beginnt ein Trauerempfang von der Bürgerschaft und dem Hamburger Senat im Rathaus der Hansestadt.

Schmidt hatte sich die Feier in St. Michaelis (kurz: Michel) dem Vernehmen nach ausdrücklich gewünscht - dort fanden auch die Trauerfeier für seine 2010 verstorbene Ehefrau Loki und 2014 der öffentliche Abschied des Schriftstellers Siegfried Lenz statt. Er war ein enger Freund des Altkanzlers.

Der Hamburger Michel: Feier für den toten Altkanzler

Der Hamburger Michel: Feier für den toten Altkanzler

Foto: © Fabian Bimmer / Reuters/ REUTERS

Als enger Freund Schmidts gilt auch der frühere US-Außenminister Henry Kissinger. Der 92-Jährige bekannte einst: "Ich hoffe, dass er mich überlebt." Denn eine Welt ohne den unter anderem eigensinnigen, perfektionistischen Schmidt wäre sehr leer.

Dass Kissinger, der Schmidt in den Fünfzigerjahren in einem Seminar an der Harvard University kennenlernte, nun beim Staatsakt spricht, hätte Schmidt wohl gefallen. Er wünschte sich nur wenige Trauerredner, und mit Kissinger ist es nun auch noch ein Mann aus dem privaten Umfeld des Altkanzlers. Auch die anschließend geplante Trauerfeier im Hamburger Rathaussaal geht auf einen Wunsch Schmidts zurück.

Der Staatsakt ist die protokollarisch höchste Würdigung in Deutschland. Vor dem Tod des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker war diese Ehre zuletzt Ex-Bundespräsident Johannes Rau im Jahr 2006 zuteilgeworden. Zum Staatsakt werden üblicherweise Angehörige und Freunde des Verstorbenen, die höchsten Repräsentanten des Landes sowie Staatsgäste aus dem Ausland eingeladen.

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Helmut Schmidt: Politiker, Publizist und Philosoph

Foto: MARCO-URBAN.DE

Der Michel soll bis zu 2000 Trauergäste aufnehmen können, für den anschließenden Trauerempfang im Hamburger Rathaus sind tausend Gäste vorgesehen.

apr/dpa
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