Modellauto-Affäre Staatsanwaltschaft klagt Haderthauer-Ehemann an

Die sogenannte Modellauto-Affäre geht in die nächste Runde: Die Staatsanwaltschaft in München hat den Ehemann der früheren bayerischen Staatskanzleichefin Christine Haderthauer angeklagt.

Ehepaar Haderthauer (Archiv): Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit 2014
DPA

Ehepaar Haderthauer (Archiv): Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit 2014


Die sogenannte Modellauto-Affäre beschäftigt nun die Gerichte. Die Staatsanwaltschaft München II hat den Ehemann von Christine Haderthauer wegen Betrugs und Steuerhinterziehung angeklagt. Hubert Haderthauer und ein weiterer Beschuldigter sollen einen Ex-Mitgesellschafter ihrer Firma um rund 84.400 Euro betrogen haben, wie das Oberlandesgericht München am Mittwoch mitteilte. Bei dem Unternehmen handelte es sich um die Ingolstädter Modelltechnikfirma Sapor.

Mit unvollständigen beziehungsweise falschen Gewinnermittlungen hätten sie dem Mann einen niedrigeren Unternehmenswert vorgetäuscht. Es geht den Angaben zufolge um Vorgänge in den Jahren 2008 bis 2011. Eine Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München II muss nun prüfen, ob sie die Anklage zur Hauptverhandlung zulässt. Wann die Kammer entscheidet, kann der Mitteilung zufolge "derzeit nicht beurteilt werden".

Teure Modellautos aus der Psychiatrie

Die Eheleute Haderthauer waren bis 2008 nacheinander Miteigentümer der Firma Sapor Modelltechnik. Diese verkaufte teure Modellautos, die Straftäter in der Psychiatrie bauten. Pikant war das deshalb, weil Hubert Haderthauer damals Stationsarzt war. Wichtigster Konstrukteur war ein verurteilter Dreifachmörder.

Seit 2014 ermittelte die Staatsanwaltschaft. Die Affäre hatte Christine Haderthauer das Amt als bayerische Staatskanzleichefin gekostet - zumindest juristisch kam sie aber glimpflich davon. Die Staatsanwaltschaft stellte ihre Betrugsermittlungen gegen die CSU-Politikerin vor wenigen Tagen ein. Ihr Anwalt teilte mit, wegen eines möglichen Verstoßes gegen die Abgabenordnung, bei dem ein Schaden von 2300 Euro entstanden sein soll, werde seine Mandantin "einen angemessenen Strafbefehl akzeptieren, damit das für sie und ihre Familie belastende Verfahren ein Ende nimmt".

Auslöser für die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft war 2014 eine Anzeige des früheren Haderthauer-Geschäftspartners Roger Ponton. Er warf den Haderthauers vor, ihn beim Verkauf seines Anteils um mehrere Zehntausend Euro geprellt zu haben. Geprüft wurde daraufhin, ob Einnahmen aus dem Modellauto-Verkauf nicht korrekt angegeben und versteuert wurden.

ler/dpa



insgesamt 22 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
sinasina 04.11.2015
1. Nein, der Auslöser für die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft war ein anderer:
Nein, Auslöser war der Fall Mollath und Beiträge im Blog von Frau Ursula Prem Freitag, 23. November 2012 Psychiatrie: Heilige Inquisition unserer Zeit? http://www.ein-buch-lesen.de/2013/04/mollath-christine-haderthauer-zum-thema.html Dienstag, 7. Mai 2013 Christine Haderthauer - Forensik Straubing: Interessenkonflikt? http://www.ein-buch-lesen.de/2013/05/christine-haderthauer-forensik.html
prologo 04.11.2015
2. Das Krähenprinzip
Eine Krähe hackt der anderen Krähe kein Auge aus. Die CSU Politikerin wurde aus der Gefahren Zone raus genommen. Mit einem angemessenen, teuren Persilschein. Die CSU als Partei ist damit aus den Medien raus, welche Hadertauer mit ihren Machenschaften in den Korruptionsverdacht gebracht hat. Das Bauernopfer ist jetzt der Ehemann. Der muss jetzt dafür bestraft werden. Wir leben ja in einem Rechtsstaat Bayern, oder? Ich bin bayrischer, parteiloser Rentner, aber jetzt trete ich in die CSU ein. Damit ich auch noch einmal so eine Gerechtigkeit, mit Hilfe der CSU erhalte, wenn ich doch noch einmal ausrasten sollte, wegen der Korruption in Bayern!
leserkommentator 04.11.2015
3. Trauriger Fall
Es handelt sich, unabhängig von der strafrechtlichen Verantwortbarkeit um einen traurigen Fall, in dem jedenfalls ein Teil ein geldgieriges Ehepaar versucht hat, seine berufliche Position zu nutzen, um nebenbei "Kasse zu machen". In peinlicher Erinnerung war die seinerzeitige Ausrede, man habe hiermit ein soziales Werk getan.
tatsache2011 04.11.2015
4. Kein Bauernopfer
Zitat von prologoEine Krähe hackt der anderen Krähe kein Auge aus. Die CSU Politikerin wurde aus der Gefahren Zone raus genommen. Mit einem angemessenen, teuren Persilschein. Die CSU als Partei ist damit aus den Medien raus, welche Hadertauer mit ihren Machenschaften in den Korruptionsverdacht gebracht hat. Das Bauernopfer ist jetzt der Ehemann. Der muss jetzt dafür bestraft werden. Wir leben ja in einem Rechtsstaat Bayern, oder? Ich bin bayrischer, parteiloser Rentner, aber jetzt trete ich in die CSU ein. Damit ich auch noch einmal so eine Gerechtigkeit, mit Hilfe der CSU erhalte, wenn ich doch noch einmal ausrasten sollte, wegen der Korruption in Bayern!
Es geht um die verheimlichten Gewinne 2008 und da war der Ehemann Geschäftsführer, denn "Als Christine Haderthauer im Oktober 2003 Mitglied des Bayerischen Landtags wurde, schied sie aus der Firma Sapor aus, übertrug ihre Anteile aber an ihren Ehemann, Hubert Haderthauer, der ab Januar 2004 anstelle seiner Frau – neben Roger Ponton – Gesellschafter wurde." Zitat aus https://de.wikipedia.org/wiki/Modellauto-Affäre#Sapor_Modelltechnik
helro56 04.11.2015
5. dabei zeigt sich doch , dass vor allem in Bayern.....
im NICHT minderschweren Fall wie dem der Haderthauer's eine Zweiklassengesellschaft vor dem Gesetz besteht!! Die zuständige Justiz wird den Vorwurf noch länger verzögern als es schon geschehen ist mit der Hoffnung, dass möglicherweise kein öffentliches Interesse mehr vorhanden ist, oder Verjährung wirksam wird!!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.