Stasi-Affäre Magdeburger IHK-Chef gibt auf

Der Magdeburger IHK-Präsident Klaus Hieckmann ist heute zurückgetreten. Die Industrie- und Handelskammer solle nicht in die unsägliche Debatte um die Stasi-Vorwürfe gegen ihn hineingezogen werden, sagte der Unternehmer, der auch Aufbau-Ost-Berater der Bundesregierung ist.

Magdeburg - Er habe sich zum Rücktritt entschlossen, damit die Industrie- und Handelskammer (IHK) "nicht in diese unsägliche Debatte um meine Person hineingezogen" werde, sagte Hieckmann. Die IHK-Vollversammlung hatte noch am Donnerstag mit 85 Prozent für den Verbleib des 61-Jährigen in dem Amt gestimmt. Die Kritik an dem Unternehmer war danach aber nicht verstummt.

Hieckmann hatte Anfang Mai zugegeben, von 1986 bis 1989 "Inoffizieller Mitarbeiter" der Staatssicherheit gewesen zu sein. Der 61-Jährige ist auch Aufbau-Ost-Berater der Bundesregierung und Wirtschaftsberater der Landesregierung. Hieckmann hatte Anfang Mai eingeräumt, von 1986 bis 1989 "Inoffizieller Mitarbeiter" der Staatssicherheit gewesen zu sein.

Einen Rücktritt hatte er trotz entsprechender Forderungen aus Politik und von Opferverbänden bisher abgelehnt. "Ich hatte die Hoffnung, dass man Respekt vor dem verantwortlichen Handeln der Vollversammlungsmitglieder und auch vor diesem hohen Votum hätte, dass man zur Sachlichkeit und damit zur Lösung der vor uns stehenden, wirklich nicht einfachen Aufgaben, zurückkehren könnte", erklärte Hieckmann. Dies sei aber nicht der Fall gewesen.

als/ddp/dpa

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