DDR-Aufarbeitung Noch elf einstige Spitzel in der Stasi-Unterlagenbehörde beschäftigt

Ehemalige Stasi-Zentrale der DDR in der Berliner Normannenstraße
Foto: DPASie sollten helfen, die unglaubliche Menge an Akten zu durchblicken und zu bearbeiten. Doch auch im Jahr 2018 arbeiten in der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen einem Zeitungsbericht zufolge zurzeit noch elf frühere hauptamtliche Mitarbeiter der Stasi. Zum Jahresende seien es dann noch neun, im kommenden Jahr noch vier Mitarbeiter, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" ("FAS"). Sie alle seien im Sicherheitsdienst der Behörde beschäftigt.

Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes
Foto: Paul Zinken/ picture alliance / dpaDer Stasi-Unterlagenbeauftragte Roland Jahn hatte zu Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2011 knapp 50 Ex-Stasi-Mitarbeiter in seiner Behörde gehabt - und betont, diese Mitarbeiter loswerden zu wollen. Ursprünglich sind es sogar 70 gewesen. "An Loyalität haben sie es nie fehlen lassen. Erstaunlich, wenn man ihre Vergangenheit bedenkt, waren doch die Feinde von einst ihre Vorgesetzten", schreibt die "FAS".
Jahn hatte die Beschäftigung von früheren Stasi-Leuten damals als Schlag ins Gesicht der Opfer bezeichnet und angekündigt, das nicht länger zu akzeptieren. Dies hatte eine kontroverse Debatte über den Umgang mit der DDR-Vergangenheit mehr als 20 Jahre nach der Einheit ausgelöst.
Die "FAS" berichtete, einige der seinerzeit rund 50 Mitarbeiter seien in andere Bereiche der Bundesverwaltung versetzt worden, zudem seien einige in Rente gegangen.