Stasi-Unterlagenbehörde Kabinett schlägt Roland Jahn als Birthler-Nachfolger vor

Der ostdeutsche Journalist Roland Jahn soll künftig die Stasi-Akten-Behörde leiten. Das Bundeskabinett nominierte den ehemaligen DDR-Bürgerrechtler als Nachfolger von Amtsinhaberin Birthler. Jahn muss noch vom Bundestag gewählt werden.
Journalist Jahn: "Mutig gegen Diktatur und Unrecht gestellt"

Journalist Jahn: "Mutig gegen Diktatur und Unrecht gestellt"

Foto: Arno Burgi/ dpa

Roland Jahn

Stasi-Unterlagen-Behörde

Berlin - Das Bundeskabinett hat den Journalisten und früheren DDR-Bürgerrechtler offiziell als neuen Chef der vorgeschlagen. Nach dem Beschluss soll dem Bundestag ein entsprechender Vorschlag gemacht werden. Der 57-Jährige soll damit Nachfolger von Marianne Birthler werden. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sagte, mit Jahn sei es gelungen, eine überzeugende Persönlichkeit mit hohem Ansehen und breiter Akzeptanz für die Birthler-Nachfolge zu gewinnen. Jahn habe sich in der DDR "mutig gegen die Diktatur und gegen das Unrecht gestellt und sich für Freiheit und Demokratie eingesetzt", erklärte Neumann. Birthlers zweite Amtszeit endet am 14. März 2011; sie kann nicht noch einmal gewählt werden.

Jahn gehörte seit den siebziger Jahren zu den Kritikern des SED-Regimes und protestierte unter anderem gegen die Ausbürgerung des DDR-Liedermachers Wolf Biermann. Er unterstützte die polnische Gewerkschaftsbewegung "Solidarnosc" und beteiligte sich an oppositionellen Demonstrationen. Er kam ins Gefängnis, nach Protesten des Westens wurde er 1983 ausgebürgert und in die Bundesrepublik abgeschoben. Jahn setzte sich in seiner journalistischen Arbeit kritisch mit dem DDR-Ministerium für Staatssicherheit auseinander. Derzeit arbeitet er für das RBB-Magazin "Kontraste".

anr/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.