Stationen Die politische Karriere des Wolfgang Schäuble

Mit dem Rückzug aus den Ämtern des Vorsitzenden von CDU und Unionsfraktion beendet der Christdemokrat Wolfgang Schäuble seine viele Jahre lang erfolgreiche politische Karriere. Eine Zusammenstellung der wichtigsten Stationen dieses Politikerlebens.


18. September 1942 - Wolfgang Schäuble wird in Freiburg/Breisgau geboren.

1961 - Schäuble engagiert sich bei der Jungen Union.

1965 - Eintritt in die CDU.

1971 - Promotion zum Dr. jur. an der Universität Freiburg.

1972 - Erstmals als Abgeordneter des Wahlkreises Offenburg in den Bundestag gewählt.

Juni 1981 - Auf Vorschlag des CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Helmut Kohl wird Schäuble Parlamentarischer Fraktionsgeschäftsführer.

1982 - Wahl zum Ersten Parlamentarischen Geschäftsführer.

15. November 1984 - Schäuble wird unter Kanzler Kohl Minister im Bundeskanzleramt.

April 1989 - Ernennung zum Bundesinnenminister. Federführung für den deutsch-deutschen Einigungsvertrag vom August 1990.

12. Oktober 1990 - Bei einem Attentat im badischen Oppenau wird Schäuble durch zwei Schüsse im Gesicht und im Rücken verletzt. Er ist seitdem querschnittsgelähmt und an den Rollstuhl gefesselt.

25. November 1991 - Nach dem Amtsverzicht von Alfred Dregger wird Schäuble als dessen Nachfolger Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion.

9. November 1994 - Mit 277 von 288 abgegebenen Stimmen wird er nach der gewonnenen Bundestagswahl im Amt bestätigt.

9. Januar 1997 - Das Magazin "Stern" zitiert Schäuble zur Frage einer möglichen Kanzlerschaft: "Wahrscheinlich würde ich der Versuchung nicht widerstehen."

15. Oktober 1997 - Nach Schluss des Leipziger CDU-Parteitags sagt Bundeskanzler Kohl, der zur Wahl 1998 selbst noch einmal als Kanzlerkandidat antritt, er wünsche sich Schäuble als Nachfolger.

7. November 1998 - Nach der verlorenen Bundestagswahl wird Schäuble vom Parteitag zum Nachfolger Kohls als CDU-Vorsitzender gewählt.

10. Januar 2000 - Nach dem Bekanntwerden von illegalen Spenden und Schwarzen Kassen in der Verantwortung Kohls räumt Schäuble ein, selbst 1994 von dem Waffenhändler Karlheinz Schreiber eine Barspende von 100.000 Mark entgegengenommen zu haben. Die Schatzmeisterei habe den Betrag gesetzeswidrig als "sonstige Einnahme" verbucht.

12. Januar - Schäuble kündigt an, beim Parteitag im April erneut für den CDU-Vorsitz zu kandidieren.

18. Januar - Auf einer Krisensitzung sprechen Präsidium und Vorstand der CDU Schäuble das Vertrauen aus und lehnen sein Rücktrittsangebot ab.

20. Januar - Schäuble entschuldigt sich im Bundestag für seine Partei sowie sein eigenes Fehlverhalten und räumt Gesetzesverstöße ein.

12. Februar - Nachdem Schäuble eingeräumt hat, Schreiber ein weiteres Mal getroffen zu haben, sorgt die ehemalige CDU-Schatzmeisterin Brigitte Baumeister mit einer eidesstattlichen Erklärung für neue Verwirrung um die Übergabe der 100.000 Mark-Spende. Sie widerspricht erneut Schäubles Darstellung der Geld-Übergabe.

15. Februar - Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) erlegt der CDU eine Strafzahlung von 41 Millionen Mark wegen nicht korrekter Rechenschaftsberichte auf. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion beschließt überraschend eine vorzeitige Neuwahl ihrer Spitze.

16. Februar - Schäuble erklärt seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur für den Vorsitz von CDU und Unionsfraktion.



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