Bundestag Union will auch nicht neben der AfD sitzen

Die FDP möchte im Bundestag nicht mehr neben der AfD Platz nehmen und deswegen mit der Union tauschen. CSU-Politiker Stefan Müller hält nicht viel von der Idee. Die Sitzordnung sei »kein Karussell«.
Deutscher Bundestag, rechte Seite: Hier saßen bisher die Fraktionen der AfD und der FDP

Deutscher Bundestag, rechte Seite: Hier saßen bisher die Fraktionen der AfD und der FDP

Foto: CLEMENS BILAN / EPA

Die Union hat sich gegen Veränderungen an der Sitzordnung im Bundestag ausgesprochen. Der Parlamentarische Geschäftsführer Stefan Müller (CSU) sagte am Dienstag: »Die Sitzordnung im Deutschen Bundestag ist kein Karussell, das nach Belieben herumgedreht werden sollte. Es gibt keinen schlüssigen Grund, die bekannte Sitzordnung zu verändern.«

Bisher sitzt die AfD – vom Platz des Bundestagspräsidenten aus gesehen – ganz rechts, daneben die FDP, dann die Union, die Grünen, die SPD und am linken Rand die Linksfraktion.

Linke unterstützt FDP

Aus der FDP-Fraktion hatte es vor mehr als einer Woche geheißen, für die Liberalen seien die Sondierungsgespräche mit SPD und Grünen aktuell vorrangig. Zu einem späteren Zeitpunkt strebe die Fraktion allerdings durchaus eine Änderung der Sitzordnung an, »weil wir uns als Kraft der politischen Mitte sehen«. Außerdem habe die FDP-Fraktion in den zurückliegenden vier Jahren als Nachbarin der AfD im Plenarsaal sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Die Sprüche aus den Reihen der AfD-Fraktion seien oft »einfach unerträglich«, gerade für weibliche Abgeordnete.

Die Linke unterstützt eine neue Sitzordnung im Bundestag und will der FDP helfen, ihren Platz neben der AfD an CDU und CSU abzugeben. »Jeder Demokrat, der nicht mehr neben der AfD sitzen möchte, hat meine volle Unterstützung«, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Linkenfraktion, Jan Korte.

Der Sitztausch ist im Zusammenhang mit der Bildung einer Ampelkoalition politisch heikel. Denn die FDP setzt zum einen darauf, dass SPD und Grüne dem neuen Partner die nötige Mehrheit für den Umzug gegen die Union verschaffen. Zum anderen wollen die drei Ampelparteien den Eindruck erwecken, dass sie eine Koalition der Mitte bilden – das würde optisch dadurch unterstrichen, dass sie sodann die mittleren Plätze im Bundestag einnehmen.

svs/dpa/Reuters
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