Wutbrief aus Bonn Steinbrücks Erpresser stellt sich

Der Erpresser von Peer Steinbrück hat sich gestellt. Er meldete sich bei der Staatsanwaltschaft Bonn und gab an, den Drohbrief an den SPD-Kanzlerkandidaten nur aus Versehen verschickt zu haben.

Ehepaar Steinbrück (Mitte August in Berlin): Erpresser stellt sich
AFP

Ehepaar Steinbrück (Mitte August in Berlin): Erpresser stellt sich


Bonn - Bei der Bonner Staatsanwaltschaft hat sich der Verfasser des Erpresserbriefs an die Ehefrau von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gemeldet. Der Mann habe angegeben, den Brief aus Verärgerung über den SPD-Kanzlerkandidaten geschrieben zu haben, teilte Oberstaatsanwalt Friedrich Apostel am Montag mit.

In dem Brief wird Steinbrück und seiner Ehefrau Gertrud vorgeworfen, vor 14 Jahren eine Putzfrau illegal beschäftigt zu haben. Der Schreiber drohte damit, dies öffentlich zu machen, falls Steinbrück nicht auf die Kanzlerkandidatur verzichte.

Der Mann will den Brief aus einer momentanen Verärgerung über den SPD-Kanzlerkandidaten geschrieben, aber zunächst nicht abgeschickt haben. Aus Versehen sei das Schreiben dann mit weiteren Briefen doch in die Post geraten. Dies sei ihm aufgrund der Presseberichterstattung bewusst geworden.

Der Mann habe glaubhaft eingeräumt, der Verfasser des an Steinbrücks Ehefrau Gertrud gerichteten Briefes zu sein, teilte Apostel weiter mit. Weitere Angaben machte er nicht.

Polizei und Staatsanwaltschaft Bonn ermitteln wegen Nötigung. Der SPD-Politiker vermutet, dass der Erpresserbrief wahrscheinlich von einer Einzelperson aus seinem Wohnumfeld in Bonn geschrieben worden war.

Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, der Erpresser wolle erfahren haben, dass die Steinbrücks eine Frau schwarz beschäftigt hätten, die sich damals illegal in Deutschland aufgehalten habe. Gertrud Steinbrück sagte dem Blatt, ihre Mutter habe der Familie nach dem Umzug 1999 von Kiel nach Bonn "zum Einzug geschenkt, dass ihre Putzhilfe für ein halbes Jahr einmal in der Woche bei uns saubermachen soll". Dabei habe es sich um eine Philippinerin gehandelt, die mit einem Gärtner der philippinischen Botschaft verheiratet und dort auch versichert gewesen sei.

Die Zeitung zitierte Gertrud Steinbrück mit den Worten: "Ich zahlte sie für die bei mir abgeleisteten Stunden aus und rechnete das jeweils mit meiner Mutter ab." Nach Ablauf des halben Jahres habe Gertrud Steinbrück der Frau einen Arbeitsvertrag angeboten, schrieb die Zeitung weiter. Das habe die Frau aber abgelehnt, weil ihr Mann beim Botschaftsumzug nach Berlin seinen Job und die Familie damit den Aufenthaltsstatus verloren habe.

fab/dpa/Reuters

insgesamt 66 Beiträge
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xvulkanx 09.09.2013
1. Mann, das mit dem aus Versehen abgeschickten Brief
ist genau so wenig glaubhaft wie Steinbrücks Beteuerung die Putzfrau erst nach einem halben Jahr nach einer Arbeitserlaubnis gefragt zu haben. Die Geschichte mit der von der mittlerweile verstorbenen Mutter geschenkten Putzfrau, die man trotzdem wöchentlich selber bezahlte, ohne sie selber anzustellen, war ja auch hanebüchern. Eine ziemlich irre Nachbarschaft dort.
leidenfeuer 09.09.2013
2. Putzhilfe und Politik
"Erpresser aus Versehen": Schöner Titel für einen Film mit politischem Einschlag!
jbk 09.09.2013
3. WhistleBlower
Ich moechte gerne wissen ob dieser Herr von einigen Politikern hofiert worden ist. Es passt scho ! Waere nicht das erste Mal. Die Monica Lewinsky war bestimmt ein " Laufer " der Republikaner . Keine Frau bewahrt ein mit DNA beflecktes Kleid --bringt es sofort zur Reinigung .
thanks-top-info 09.09.2013
4. Junge! diesmal gleich alles auf den Tisch!!!
endlich einmal ein Politiker, der klaren Tisch macht (hat auch sonst bei der Wahl nix zu verlieren). Jetzt bin ich gespannt was für die Presse übrig bleibt, um sich dran zu hängen
bold_ 09.09.2013
5. Auf meinem Konto steht das Komma zu weit links
wenn's weiter rechts stünd, dann ging's...
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