SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück schließt Minderheitsregierung aus

Der Berliner SPD-Chef Jan Stöß kann sich eine rot-grüne Minderheitsregierung im Bund vorstellen - sehr zum Entsetzen der Parteiführung der Sozialdemokraten. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück schließt so ein Bündnis klar aus, er hält es für ein unkalkulierbares Risiko.

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück: "Ich bin da überhaupt nicht nervös"
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SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück: "Ich bin da überhaupt nicht nervös"


Berlin - SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat sich gegen eine rot-grüne Regierung im Bund ausgesprochen, die nicht die Mehrheit der Stimmen hinter sich vereint. Er habe immer wieder klar gemacht, dass dies für ihn "nicht in Frage kommt", sagte er am Mittwoch.

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Heft 14/2013
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Angesichts der internationalen und nationalen Herausforderungen wäre dies ein unkalkulierbares Risiko, so Steinbrück. Er habe daher den Worten des Vorsitzenden Sigmar Gabriel nichts hinzuzufügen.

Der Parteichef hatte am Wochenende den Berliner SPD-Landeschef Jan Stöß zurückgepfiffen. Dieser hatte in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL gesagt, dass er sich eine rot-grüne Minderheitsregierung vorstellen könne. Wenn SPD und Grüne bei der Bundestagswahl am 22. September mehr Stimmen bekämen als Union und FDP, sollten sie "diese Gestaltungsmehrheit nutzen", so Stöß in dem Interview. "Dann sollte sich Peer Steinbrück zum Kanzler wählen lassen - notfalls auch im dritten Wahlgang."

Mit Blick auf die jüngste Hakeleien zwischen SPD und Grünen und auf die Umfragewerte sagte Steinbrück am Mittwoch: "Ich bin da überhaupt nicht nervös."



insgesamt 38 Beiträge
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guentherprien, 03.04.2013
1. Und das ist auch gut so,
denn Herr Steinbrueck braucht sich keine Gedanken darüber zu machen, da er sowieso nicht gewählt wird. Ohne seine perfekte Unterstützung würde die Koalition sicher nicht so gut dastehen. Weitermachen, vorwärts und nicht vergessen !!!
monoman 03.04.2013
2. und tschüss...
Mit der Aufstellung Steinbrücks zum designierten Wahlverlierer schliesst die SPD ohnehin jedwede Art der Regierungsverantwortung aus - ob mit Minderheit oder ohne Mehrheit...
analyse 03.04.2013
3. Da zeigt Herr Steinbrück Verantwortungsgefühl!
wenn er jetzt noch die GRÜNEN als Koalitionspartner ausschließen würde,er wäre wählbar!
Marut 03.04.2013
4. und Tschüß
Das Politiker in ihrer Borniertheit nichts dazulernen: die Menge der vorher ausgeschlossenen Möglichkeiten werden später zur Falle. Aber gut. Als Vize in einer großen Koalition fühlt sich Steinbrück ja sicher auch wohl - das kennt er ja. Das die SPD an Existenzberechtigung verliert, wenn sie sich 2x in 10 Jahren zum Mehrheitsberschaffer für die CDU positioniert, scheint hier keiner Überlegung wert. Es sei nur erinnert: die Mehrheitsbeschaffer der Vergangenheit hatten immer selten mehr als 10%. Das wird dann der Weg der SPD. Da sind die Grünen schon schlauer. Sie schließen nicht eine Koalition mit der CDU aus Prinzip aus, sondern nur die Zusammenarbeit mit ihren jetziger Inhalten. Das läßt zumindest grundsätzlich Bewegungsfreiheit, um Forderungen zu stellen, ohne in die Glaubwürdigkeitsfalle zu laufen.
kf_mailer 03.04.2013
5. Träumer
Verteile das Fell des Bären nicht, bevor er erlegt ist... Diese Befürworter einer Sowjet EU und Unterstützer der Banken und Großkonzerne müssen erstmal genug Stimmen bekommen... Dieses Jahr gibt es eine echte Alternative zu all den Blockparteien...
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