Forsa-Umfrage Steinbrück treibt SPD auf Sechs-Jahres-Hoch

Die SPD klettert in einer Forsa-Umfrage erstmals seit 2006 wieder auf 30 Prozent - auch Kanzlerkandidat Peer Steinbrück macht Boden gegenüber Angela Merkel gut. Die Debatte um seine Nebeneinkünfte scheint ihm nicht zu schaden.
Kanzlerkandidat Steinbrück: SPD auf neuem Höchstwert

Kanzlerkandidat Steinbrück: SPD auf neuem Höchstwert

Foto: dapd

Berlin - Umstrittene Nebeneinkünfte? Ruppige Auftritte? Das scheint beim Wähler offenbar nicht auf Peer Steinbrück und seine SPD zurückzufallen. In einer neuen Forsa-Umfrage für das Magazin "Stern" und den Fernsehsender RTL erreichen die Sozialdemokraten erstmals seit sechs Jahren wieder die Marke von 30 Prozent.

Im Vergleich zum Tag von Steinbrücks Kür als Kanzlerkandidat, dem 1. Oktober, gewinnt die SPD einen Prozentpunkt hinzu. Auch Steinbrück selbst legte etwas zu. In der Kanzlerfrage klettert er im direkten Vergleich mit Angela Merkel auf 35 Prozent - die Amtsinhaberin verharrt bei 46 Prozent. Die Kanzlerin liegt in allen Bevölkerungsgruppen vorn, besonders deutlich bei jungen Frauen.

In der Sonntagsfrage gewinnt die CDU ebenfalls einen Prozentpunkt hinzu und erreicht nun wieder 36 Prozent, nachdem sie am Tag der Steinbrück-Nominierung bei 35 Prozent lag. Die Polarisierung zwischen Union und SPD führt offenbar dazu, dass zwei kleine Parteien verlieren: Die Linke büßt einen Punkt ein und erreicht nur noch sieben Prozent; die Piraten sacken nach den jüngsten innerparteilichen Streitigkeiten auf sechs Prozent ab - ebenfalls ein Verlust von einem Prozentpunkt. Unverändert bleiben die Ergebnisse für Grüne (12 Prozent) und FDP (vier Prozent).

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dem "Stern", die Debatte um seine Nebeneinkünfte als Redner habe SPD-Mann Steinbrück bisher nicht geschadet: "Doch wenn er die Honorare im Detail offenlegen muss und die gezahlten Summen exorbitant hoch sind, könnte die Stimmung umschlagen."

Für die repräsentative Umfrage wurden 2004 Bürger vom 1. bis zum 5. Oktober befragt.

In einer weiteren "Stern"-Umfrage gaben 47 Prozent der Deutschen an, sie glaubten nicht, dass der Kanzlerkandidat die volle Unterstützung der eigenen Partei hat. 42 Prozent meinen, dass die SPD voll hinter Steinbrück stehe. Auch bei den SPD-Wählern sehen das lediglich 56 Prozent so. Dafür befragte Forsa 1006 repräsentativ ausgesuchte Bürger vom 2. bis 4. Oktober 2012.

fab
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