Attacken gegen Flüchtlinge Steinmeier nennt Drohungen und Gewalt "beschämend"

Die steigende Zahl der Angriffe auf Asylunterkünfte bezeichnet Außenminister Frank-Walter Steinmeier in einem Interview als "tragisch". Rassismus müsse mit "mit aller Entschiedenheit" bekämpft werden.

Außenminister Steinmeier: "Es ist nicht nur tragisch, sondern auch beschämend"
DPA

Außenminister Steinmeier: "Es ist nicht nur tragisch, sondern auch beschämend"


Steinwürfe in Dresden, Feuer in Brandenburg, Drohungen in den sozialen Netzwerken - dass Asylbewerber Ziel von Gewalt und Hetze werden, häuft sich dieser Tage. In einem Interview hat sich Außenminister Frank-Walter Steinmeier deutlich positioniert: "Es ist nicht nur tragisch, sondern auch beschämend, wenn Menschen, die bei uns Schutz suchen, um ihr Leben fürchten müssen", sagte der SPD-Politiker der "Südwest Presse". "Fremdenhass und Rassismus mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten, ist eine Aufgabe, der wir uns alle stellen müssen."

Das Bundesinnenministerium hat für die ersten sechs Monate dieses Jahres 173 rechte Straftaten gegen Asylunterkünfte vermeldet - fast dreimal so viele wie im Vorjahreszeitraum. Deshalb lobte Steinmeier den Einsatz vieler Bürger, die sich dem entgegensetzen: "Das deutlichste Zeichen geben alle diejenigen, die sich freiwillig und ehrenamtlich engagieren, um Flüchtlingen zu helfen, bei uns anzukommen", sagte er dem Blatt.

Gelöst werden könne das Problem jedoch nicht allein in Deutschland. "Wir können dem Flüchtlingsproblem langfristig nur dann Herr werden, wenn wir die Ursachen von Flucht und Vertreibung angehen", sagte er und verwies auf die Situation in den Herkunftsländern.

Knobloch:"Schande für unser Land"

Deutschland müsse und könne sich nach Jahrzehnten von Wohlstand, Frieden und Freiheit für Hilfesuchende einsetzen, sagte auch die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch. "Tägliche Exzesse vor Flüchtlingsheimen sind eine Schande für unser Land", kritisierte sie in der "Bild". Zum Glück gebe es "mutige Menschen, die sich engagieren und gegen Ausländerhass Gesicht zeigen".

Es gebe aber "auch Verunsicherung unter ganz normalen Bürgern, die wir nicht ignorieren dürfen", so Knobloch. Sie warnte vor "Heuchelei und leeren Versprechungen" in der Asyldebatte. "Wir können nicht jedem eine Heimat geben, der aus Gründen zu uns kommt, die verständlich sind, aber kein Asyl rechtfertigen. Gerade weil wir all jenen angemessen helfen wollen, die in größter Not und Angst ihre Heimat verlassen mussten."

Übersichtskarte: Von Rechtsextremen verübte Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte

Übergriffe in Deutschland 2015
Mehrere Vorkommnisse
Brandanschläge
Übergriffe auf Flüchtlinge
Weitere Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte
Quelle: Amadeu Antonio Stiftung und Pro Asyl / Polizei / eigene Recherchen / dpa
Stand: 7. Januar 2016

vek/AFP



insgesamt 45 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
schmuggi 30.07.2015
1. Alle Gewalt geht vom Staat aus...
Der Staat hat das Gewaltmonopol inne. Diese Tatsache und dass kaum Täter gefasst werden läßt vermuten, dass auch diese Gewalttaten vom Staat ausgehen. Mmn. sind die Täter vom Geheimdienst und sollen Stimmung machen, gegen die Flüchtlinge. Das bei 200 Straftaten keine Schuldigen gefasst werden, kann beim besten Willen kein Zufall sein...
stand.40 30.07.2015
2. Hallo Herr Steinmeier
es brennt überall bitte aufwachen . Ein vernünftiges Gesetz beendet den Flächenbrand.Die Menschen wurden durch Sie und Ihre Politik gerufen und jetzt sind sie da.Vorkehrungen hätten getroffen werden müssen. Wer badet es jetzt aus , die Flüchtlinge und die Menschen die beauftragt werden sich um diese Probleme zu kümmern.
amidelis 30.07.2015
3. Lieber Steinmeier
Nennen sie das bitte pogrom. Das ist es - die ersten pogrome und pogromstimmungen seit 1945, seit lichtenhagen! In ihrer Regierungszeit - unter ihren Augen ! Und einer der zündelt sitzt in ihrer Koalition und heißt Seehofer
bbuchsky 30.07.2015
4.
Für eine angeblich mit V-Leuten durchsetzte Szene ist die bisherige Aufklärungsquote ein Armutszeugnis. Da liegt die Vermutung des Foristen @schmuggi auf der Hand, zumal die Anschlagsziele ja vorher bekannt sind, und eine einfache verdeckte Kameraüberwachung zur zeitnahen Festnahme der Täter führen würde. Daran scheint gar kein Interesse zu bestehen! Nicht auszudenken, wenn 180 Bankfillialen brennen würden....
kimmberlie67 30.07.2015
5. Steinmayer
ist und bleibt ein Schwätzer. Das sind die Typen die Wasser predigen und Wein saufen. Wetten das kein einziger Flüchtling in seiner Nähe wohnt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.