Steinmeier über die Kriegsfolgen »Sind wir dazu bereit, empfindliche Nachteile in Kauf zu nehmen?«

Angst vor dem Auseinanderbrechen Europas: Der Bundespräsident mahnt Solidarität mit der von Kriegstreiber Putin attackierten Ukraine an. Das Staatsoberhaupt befürchtet eine Rückkehr zur Abschottung – und warnt vor Spaltung.
Bundespräsident Steinmeier: »Es geht um den im doppelten Sinne gemeinsamen Grund unserer Werte und unserer Friedensordnung«

Bundespräsident Steinmeier: »Es geht um den im doppelten Sinne gemeinsamen Grund unserer Werte und unserer Friedensordnung«

Foto: Bernd von Jutrczenka / AFP

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine eine geschlossene Haltung Europas gefordert. Der Krieg, den Russlands Präsident Wladimir Putin gegen die Ukraine führe, sei auch »ein Krieg gegen die Einheit Europas«, sagte Steinmeier am Sonntag laut Redetext beim sogenannten Libori-Mahl in Paderborn. »Wir dürfen uns nicht spalten lassen, wir dürfen das große Werk eines einigen Europa (...) nicht zerstören lassen.«

Dabei gehe es »nicht allein um das Territorium der Ukraine«, sagte Steinmeier. »Es geht um den im doppelten Sinne gemeinsamen Grund unserer Werte und unserer Friedensordnung.« Diese Werte zu verteidigen und für sie einzustehen, bedeute aber auch die Bereitschaft, »empfindliche Nachteile in Kauf zu nehmen«, betonte der Bundespräsident. »Sind wir dazu bereit? Vor dieser Frage stehen wir alle – heute und in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten.«

Steinmeier nahm in Paderborn am 500. Libori-Mahl teil. Es ist nach dem Schutzpatron der nordrhein-westfälischen Stadt benannt, dem heiligen Liborius. Ausgerichtet wird das Mahl von der Libori-Gilde aus Paderborner Bürgern, deren Vorsitzender jeweils ein Kaufmann oder Unternehmer ist.

ktz/AFP/dpa
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