Steueraffäre Politik erhöht den Druck auf Hoeneß

Zwei Wochen nach Beginn der Steueraffäre muss Uli Hoeneß um seinen Posten als Bayern-Präsident bangen. Vor der Aufsichtsratssitzung am Montag steigt der Druck der Sponsoren - und auch die Politik legt nach: Laut Finanzminister Schäuble hat der Fußball-Manager "mehr als großen Mist gebaut".
Hoeneß am Samstag beim Basketball: Er kämpft um seine Ämter

Hoeneß am Samstag beim Basketball: Er kämpft um seine Ämter

Foto: Getty Images/Bongarts

Berlin - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat den FC-Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß wegen dessen Umgang mit der Steueraffäre kritisiert. Hoeneß habe "mehr als großen Mist gebaut" und könne sich nicht über den Umgang der Medien mit ihm beklagen, sagte der Minister der "Bild am Sonntag".

"Steuerhinterziehung ist ein strafwürdiges Unrecht", betonte Schäuble. Hoeneß hatte im Januar mit einer Selbstanzeige Steuerhinterziehung über ein Schweizer Konto eingestanden. Er soll 3,2 Millionen Euro Steuern nachgezahlt haben.

In Interviews hatte Hoeneß von "Riesenmist" gesprochen, zugleich aber erklärt, er sei kein schlechter Mensch. Schäuble sagte, als jemand, der gesellschaftlich eine herausgehobene Rolle spiele und von dem es heiße, er engagiere sich stark sozial, müsse Hoeneß mehr Kritik ertragen als andere. "Und darüber kann sich Uli Hoeneß kaum beklagen." Schließlich kenne er selbst die Gesetze der Medien und habe sich in der Vergangenheit nicht durch große Zurückhaltung in der Öffentlichkeit ausgezeichnet.

Nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" streben die Anwälte von Hoeneß offenbar einen Deal mit der Staatsanwaltschaft an. Angeblich soll der Bayern-Präsident bereit sein, eine Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie die Zahlung einer hohen Strafe zu akzeptieren. Weder die Anwälte noch die Staatsanwaltschaft wollten dies der Zeitung bestätigen.

Hoeneß-Affäre schadet offenbar der Union

Zwei Wochen nach Bekanntwerden seiner Steuersünde wird der 61-Jährige an diesem Montag vor allem die Sponsorenvertreter im Bayern-Aufsichtsrat überzeugen müssen, dass er an der Spitze des Gremiums bleiben kann - zumindest vorerst.

Nach SPIEGEL-Informationen sind sich die großen Sponsoren Adidas, Audi, Volkswagen und die Deutsche Telekom einig, wie es in dem Fall weitergehen soll. Bei der Aufsichtsratssitzung soll Hoeneß bekanntgeben, dass er nach dem 25. Mai, dem Tag des Endspiels der Champions League gegen Borussia Dortmund, sein Amt bis zur Klärung seiner Steueraffäre ruhen lässt.

Die Debatte um Hoeneß, der offen die CSU unterstützt hat, schadet offenbar der Union. In der aktuellen Emnid-Umfrage sackte sie auf 37 Prozent und damit den schlechtesten Wert seit gut einem halben Jahr bei dem Institut ab. "Es hat in letzter Zeit eine Reihe von Ereignissen gegeben, die das Vertrauen der Bürger in wirtschaftliche Eliten erschüttert hat", sagte Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner. Das treffe vor allem die Union, die als wirtschaftsnah gelte.

stk/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.