Stoiber-Krise Angst vor der Ur-Wahl

CSU-Spitzenpolitiker Peter Ramsauer warnt davor, in einer Ur-Wahl über eine erneute Kandidatur von Edmund Stoiber bei der Bayern-Wahl entscheiden zu lassen. Er erinnerte an das Schicksal Rudolf Scharpings, der in der SPD stürzte, obwohl er Sieger einer Mitgliederbefragung war.


München - Andere Parteien hätten mit einer Ur-Wahl schon denkbar schlechte Erfahrungen gemacht, sagte Ramsauer dem "Münchner Merkur". Er erinnere an die SPD und das Schicksal Scharpings. Dieser sei aus einer Mitgliederbefragung als neuer Parteichef hervorgegangen, dann aber von Oskar Lafontaine weggeputscht worden.

Auch die CDU in Rheinland-Pfalz habe mit ihrer Mitgliederbefragung kaum bessere Erfahrungen gemacht. "Ich kann nur davor warnen, etwas auszuprobieren, woran sich andere schon die Finger verbrannt haben", sagte Ramsauer. Er warnte vor einer Schwächung der Partei. In Berlin seien in den nächsten Wochen schwierige Fragen zu lösen. "Jedes Störmanöver ist eine Versündigung an den bundespolitischen Interessen der CSU", sagte Ramsauer.

Zugleich verteidigte er das Vorhaben, Stoiber bereits Mitte Januar auf der Klausur der Landtagsfraktion zum Spitzenkandidaten küren zu lassen. "Die Nominierung des Spitzenkandidaten ist das angestammte Recht der CSU-Landtagsfraktion", sagte er. Zur Kritik der Fürther Landrätin Gabriele Pauli an einer erneuten Kandidatur Stoibers sagte Ramsauer: "Das Verständnis für diese Kampagne tendiert gegen Null." Die Landesgruppe im Bundestag stehe geschlossen hinter Stoiber.

als/ddp



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