Stoiber-Nachfolge Erwin Huber tritt an

Im Falle eines Wechsels von Ministerpräsident Edmund Stoiber nach Berlin will Erwin Huber Regierungschef in Bayern werden. Der Chef der bayerischen Staatskanzlei erklärte: "Ich trete an."


Erwin Huber (Archiv): Machtkampf mit Beckstein bahnt sich an
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Erwin Huber (Archiv): Machtkampf mit Beckstein bahnt sich an

Passau - Allerdings falle eine Entscheidung erst, wenn sich der "Berliner Nebel" gelichtet habe, sagte Huber der "Passauer Neuen Presse". Damit könnte sich ein Kampf um die Stoiber-Nachfolge anbahnen. Denn auch der bayerische Innenminister Günther Beckstein (CSU) gilt für den Fall, dass er selber nicht nach Berlin wechseln sollte, als aussichtsreicher Kandidat für die Stoiber-Nachfolge.

Laut dem Zeitungsbericht stellt sich die CSU darauf ein, dass sich eine Entscheidung über die neue Bundesregierung und das neue Kabinett bis in den Dezember hineinziehen könnte. Erst dann solle die Erbfolge in München geregelt werden. Bislang werde davon ausgegangen, dass Stoiber Huber als Nachfolger vorschlagen wird, Beckstein werde aber ebenfalls bereits als aussichtsreicher Nachfolger positioniert.

Beckstein reagiert zunächst zurückhaltend auf Hubers Ankündigung. Er betonte in München, diese Angelegenheit müsse in aller Fairness besprochen werden. Erst wenn klar sei, dass Stoiber nach Berlin gehe, dann sei auch klar, dass der Zeitpunkt für eine Unterhaltung gekommen sei.

Das letzte Wort könnte das Parlament in München haben. "Das könnte Spitz auf Knopf stehen", zitierte die Zeitung aus CSU-Kreisen. "Beckstein ist zwar der Liebling, aber Huber wird mehr Durchsetzungskraft zugetraut. Bei der Wahl geht es nicht um Sympathie, sondern um die Frage, wer das Land besser regiert."

Stoiber hatte gestern nach dem zweiten Sondierungsgespräch von Union und SPD in Berlin bekräftigt, er wolle in einer großen Koalition ein Ministeramt übernehmen. Er sagte: "Wenn es zu einer großen Koalition kommt und die Konstellationen stimmen, bin ich dabei."



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