Stoiber-Plan Weniger Rente für Kinderlose

Die Zahl der Kinder soll sich nach den Vorstellungen der CSU direkt auf die Rentenhöhe der Eltern auswirken. Eltern sollten pro Kind etwa 100 Euro Ruhestandsgeld mehr bekommen. Damit konkretisierte CSU-Chef Stoiber am Sonntagabend seine Rentenpläne, über die der SPIEGEL vorab berichtet hatte.


Edmund Stoiber: Mehr Kinder, mehr Rente
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Edmund Stoiber: Mehr Kinder, mehr Rente

Berlin - Edmund Stoiber sprach sich zudem dafür aus, dass Eltern in der Zeit, in der sie Kinder erziehen, weniger Rentenbeiträge zahlen müssen. Außerdem wolle er, "dass die Eltern mit Kindern, am Ende, wenn sie in die Rente kommen, eine zusätzliche Art Kinderrente bekommen", sagte Stoiber am Sonntag in der ZDF-Sendung "Berlin direkt".

"Ich könnte mir durchaus vorstellen, pro Kind für etwa 100 Euro mehr oder für zwei Kinder 200 Euro mehr als Rente", sagte Stoiber.

Der SPIEGEL hatte zuvor über das Rentenkonzept der CSU berichtet, sie wolle die Hinterbliebenen-Renten für kinderlose Rentenversicherte kürzen und die Abschläge im Vorruhestand anheben. Damit kinderlose Rentner durch die geplanten Einschnitte nicht unter das Sozialhilfe-Niveau fielen, wolle die CSU sie zu mehr privater Vorsorge bringen. Wer keine Nachkommen großziehe, solle künftig bis zu acht Prozent des Einkommens in die Riester-Rente einzahlen. Für Eltern solle es bei einem Betrag von vier Prozent bleiben.

CDU und CSU haben sich grundsätzlich bereit erklärt, an einer von der Bundesregierung angestrebten langfristigen Rentenreform mitzuwirken. Die CSU lehnt aber das Konzept der Herzog-Kommission für die Reform der sozialen Sicherungssysteme ab. Hauptstreitpunkt ist die darin vorgeschlagene Heraufsetzung des gesetzlichen Rentenalters auf 67 Jahre und eine Förderung von Familien bei der Rente. Die CSU will am 17. November ihr eigenes Konzept vorstellen.



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