Stoiber und die K-Frage Merkel glaubt noch an ein Happy End

Hebt die CSU schon Anfang Januar bei ihrer Klausurtagung in Wildbad Kreuth Edmund Stoiber als Kanzlerkandidaten aufs Schild? CDU-Chefin Angela Merkel will von einem solchen Alleingang nichts wissen und beharrt auf dem Zeitplan zur "K-Frage".


Für viele der einzig mögliche Herausforderer von Kanzler Schröder: Bayerns Ministerpräsident Stoiber
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Für viele der einzig mögliche Herausforderer von Kanzler Schröder: Bayerns Ministerpräsident Stoiber

Berlin - "Der Zeitplan wird eingehalten", sagte Merkel während einer Veranstaltung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin. Darin sei sie sich mit dem bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Stoiber "vollkommen einig". Die Diskussion zeige aber, dass sich die Chancen der Union auf einen Sieg bei der Bundestagswahl am 22. September 2002 erhöhten. "Alles wird gut", glaubt Merkel.

Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, die CSU-Landesgruppe plane bei ihrer Klausur in Wildbad Kreuth im Januar den "Durchmarsch" in der Kandidatenfrage. Ein Spitzenmann wurde mit den Worten zitiert: "Stoiber muss der Kandidat sein." Für die CSU gehe es darum, ob sie im nächsten Bundestag mit 40 oder mit 55 Abgeordneten vertreten sei.

CSU-Landesgruppenchef Michael Glos dementierte. "Dort (in Kreuth, d. Red.) werden wir uns mit den Themen beschäftigen, die die Menschen wirklich interessieren", sagte Glos. Der bayerische CSU-Fraktionschef Alois Glück warnte CSU- und CDU-Politiker vor eigenmächtigen Vorstößen zur Kanzlerkandidatur. "Es kann ganz sicher keinen Alleingang der CSU in dieser Frage geben", kritisierte Glück im Presseclub München. "Es kann uns nur schaden, wenn ein Organ der CDU oder der CSU zu einem Alleingang startet." Alle wären gut beraten, wenn sie sich an den vereinbarten Fahrplan halten würden.

DDP
Stoiber soll angeblich bereit sein zu kandidieren, wenn er von der CDU mit großer Mehrheit gerufen werde und es nicht zum Kampf mit der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel komme. Mehrere führende CDU-Politiker sollen vereinbart haben, Merkel zum Verzicht aufzufordern. Merkel und Stoiber hatten am Wochenende öffentlich ihre Absicht bekräftigt, über die Kandidatenfrage Anfang des Jahres gemeinsam zu entscheiden.

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