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20. November 2002, 14:20 Uhr

Streit mit der "Bild"

Thierse zieht den Kürzeren

Die Auseinandersetzung zwischen Wolfgang Thierse und der "Bild"-Zeitung geht weiter. Jetzt erwirkte das Blatt eine Unterlassungsverfügung gegen den Parlamentpräsidenten. Gegenstand des Krachs ist die "Bild-"Berichterstattung über die geplante Versailles-Reise des Bundestages.

Wolfgang Thierse darf nicht mehr behaupten, dass die "Bild"-Zeitung die Kosten von 500.000 Euro frei erfunden hat
DPA

Wolfgang Thierse darf nicht mehr behaupten, dass die "Bild"-Zeitung die Kosten von 500.000 Euro frei erfunden hat

Berlin - Laut "Bild" hat das Hamburger Landgericht eine einstweilige Unterlassungsverfügung gegen Thierse erlassen. Danach werde dem Parlamentschef bei Androhung eines Ordnungsgeldes von bis zu 250.000 Euro bzw. einer Ordnungshaft von bis zu sechs Monaten die Behauptung verboten, die Zeitung habe die Kosten für die Reise in Höhe von 500.000 Euro frei erfunden. Thierse dürfe die Behauptung nicht wiederholen.

"Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann nahm die Entscheidung am Mittwoch mit großer Genugtuung entgegen. Damit werde deutlich, dass die Zeitung die Fakten und insbesondere die Kosten seriös recherchiert habe.

Am 8. November hatte Thierse seinerseits beim Hamburger Landgericht eine einstweilige Verfügung wegen Unterlassung falscher Tatsachenbehauptungen gegen das Blatt erwirkt. Danach wurde der "Bild" in drei Punkten eine Wiederholung ihrer Darstellung untersagt.

Unklar ist weiter, ob alle 603 Abgeordneten des Bundestages der offiziellen Einladung des französischen Parlaments zu einer gemeinsamen Sitzung am 22. Januar nächsten Jahres folgen werden. Anlass ist der 40. Jahrestag der Unterzeichnung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags.

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