Streit über Strauß-Gruft SPD und Grüne verdächtigen Stoiber

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber soll aufklären, warum die Pfändung der Gruft von Franz Josef Strauß aufgehoben wurde. Die SPD warf dem CSU-Chef vor, vom Prozess gegen Strauß-Sohn Max ablenken zu wollen.


1980: Stoiber mit Ziehvater Strauß
DPA

1980: Stoiber mit Ziehvater Strauß

München - SPD-Fraktionschef Franz Maget äußerte die Vermutung, dass die Staatsregierung mit ihrem Vorgehen die Strategie des Strauß-Sohnes Max in seinem Steuerhinterziehungsprozess unterstützen wollte. Stoiber habe seit zwei Wochen von der pietätlosen Pfändung gewusst, sie aber nicht geräuschlos unterbunden. Erst nach den öffentlichen Protesten sei Stoiber über den Kopf des Finanzministers hinweg eingeschritten, sagte Maget.

Die Behörden hatten die Pfändung der Strauß-Familiengruft am Mittwoch nach einer Welle der Empörung aufgehoben. Die Gruft in Rott am Inn gehört zu 50 Prozent Max Strauß, gegen den seit Dienstag vor dem Augsburger Landgericht verhandelt wird.

Gruft der Familie Strauß
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Gruft der Familie Strauß

Die Grünen fragten, auf welcher Grundlage ein unabhängiges Verwaltungsverfahren plötzlich auf massiven Protest der CSU gestoppt werden kann". Es sei "schon erstaunlich, was in Bayern plötzlich möglich ist, wenn der Kuckuck auf dem Grab von Franz Josef Strauß klebt", sagte die rechtspolitische Sprecherin Christine Stahl.



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