»Wie ein Arschtritt« Linkenpolitiker Korte warnt im Streit über Wagenknecht vor Spaltung der Partei

In der Debatte über die Russland-Aussagen von Sahra Wagenknecht ruft der Parlamentarische Geschäftsführer der Linken, Jan Korte, seine Partei zur Einheit auf. Die »niederträchtigen Angriffe« gegeneinander müssten enden.
Linkenpolitiker Jan Korte

Linkenpolitiker Jan Korte

Foto: Peter Endig / dpa

Der Streit um Sahra Wagenknechts Ansichten zu Russland tobt in der Linke weiter. Politiker Jan Korte hat nun seine Partei vor einer drohenden Spaltung gewarnt. »Ich appelliere an alle zu bleiben und nicht mit Spaltungsversuchen zu spielen, aber wer Fraktion oder Partei verlassen möchte, soll das jetzt tun«, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestagsfraktion der Nachrichtenagentur dpa. »Von allen, die bleiben, erwarte ich, dass sie sich voll auf unseren gemeinsamen Job konzentrieren.« Die »niederträchtigen Angriffe« gegeneinander müssten enden.

Hintergrund sind umstrittene Äußerungen der ehemaligen Fraktionschefin Sahra Wagenknecht. Sie hatte der Bundesregierung vorgeworfen, einen Wirtschaftskrieg gegen Russland »vom Zaun zu brechen«. Sie verlangt ein Ende der Sanktionen gegen Moskau. Ihrer Ansicht nach würde dies wieder zu billigeren Energieimporten aus Russland führen. Die Parteispitze betont hingegen die Kritik am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Es folgten gegenseitige Vorwürfe, prominente Mitglieder verließen die Partei im Streit.

Korte bezeichnet Linken-Streit als »Theaterstück«

»Während wir ein Theaterstück aufführen, sorgen sich die Menschen in diesem Land darum, wie sie künftig die Energierechnungen begleichen oder ihren Einkauf bezahlen sollen«, sagte Korte, der als Parlamentarischer Geschäftsführer eine Schlüsselfunktion in der Fraktion hat. Für diese Menschen sei die Linke einmal gegründet worden. »Für diese Leute müssen sich unsere Diskussionen in den letzten Tagen anfühlen wie ein Arschtritt.«

Für viele sei es offenbar zur Selbstverständlichkeit geworden, gut bezahlt und hauptberuflich Politik zu machen, doch sei dies ein Privileg, fügte Korte hinzu. Getragen sei die Partei von Tausenden Mitgliedern, die ihre Freizeit für Parteitage und Wahlkampf opferten und Spenden gäben.

»Wir können jetzt so weiter machen wie in den letzten Tagen und am Ende ist die Linke, dieses historisch und aktuell so wichtige Projekt, Geschichte«, warnte Korte. »Oder wir nutzen die Zeit, die uns bleibt, um den niederträchtigen Angriffen gegeneinander, ob über Zeitungen oder in den sozialen Medien, endlich ein Ende zu setzen. Dazu müssen sich innerhalb der kommenden beiden Wochen alle Beteiligten zusammensetzen und verbindliche Absprachen zum Umgang miteinander treffen.« Er sei auch zu vertraulichen Gesprächen bereit.

col/dpa
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