Ströbele "Schmidt kennt möglicherweise Spendernamen"

Andreas Schmidt, CDU-Obmann im Untersuchungsausschuss, soll jetzt als Zeuge geladen werden. Das fordert der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele. Vielleicht kenne Schmidt auch die Namen der anonymen Spender von Altkanzler Helmut Kohl.


Hans-Christian Ströbele
AP

Hans-Christian Ströbele

Berlin - Die möglichen Absprachen Schmidts mit Kohl vor dessen Aussage im Ausschuss müssten auch Thema im Bundestag werden, forderte Ströbele. Die Entwicklung der vergangenen Woche zeige, dass Kohl "die Fäden in der Hand" halte und "die CDU sich von ihm nicht lösen" könne, sagte der Grünen-Politiker im ARD-Morgenmagazin.

Der Untersuchungsausschuss sei auch ohne Schmidt arbeitsfähig, sagte Ströbele. Dazu reiche die Anwesenheit der Hälfte seiner Mitglieder. Nach Bekanntwerden der Treffen von Schmidt mit Altkanzler Helmut Kohl waren Forderungen nach Ausschluss des CDU-Obmannes laut geworden. Ausgeschlossen werden kann er mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit der Ausschussmitglieder.

Andreas Schmidt
DPA

Andreas Schmidt

Der Berliner Staatsrechtler Hans Meyer bezweifelte unterdessen in der ARD, dass die von Sonderermittler Burkhard Hirsch festgestellte umfangreiche Datenvernichtung im Kanzleramt ohne Einwilligung der Verantwortlichen geschehen sei. "Ohne Duldung der Amtsspitze war so etwas unmöglich", sagte Meyer und widersprach damit der Aussage des früheren Kanzleramtsministers Friedrich Bohl. Der CDU-Politiker hatte zuvor erklärt, die Vernichtungsaktion nicht angeordnet zu haben.



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.