Struck Mehr Marine in Straße von Gibraltar

Die Bundesmarine wird im Kampf gegen den internationalen Terrorismus ihre Kräfte im Mittelmeer verstärken. Das kündigte Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) am Montag bei einem Werftbesuch in Lemwerder bei Bremen an.


Marinesoldat der Bundeswehr
DDP

Marinesoldat der Bundeswehr

Lemwerder - Das Einsatzgebiet der Marine werde vom östlichen ins westliche Mittelmeer verlegt, ergänzte der Minister. Im östlichen Mittelmeer ist die Bundeswehr mit der Fregatte "Augsburg" vertreten.

"Wir werden auch schwerpunktmäßig noch einmal den Einsatzraum verlegen vom östlichen Mittelmeer ins westliche Mittelmeer, auch mit einer Aufstockung der Marinekräfte im Kampf gegen den internationalen Terrorismus", sagte Struck. Sein Sprecher ergänzte, der Minister habe mit dem Wort "wir" hauptsächlich die NATO gemeint. Es gebe eine Anfrage der NATO, Schnellboote in die Straße von Gibraltar zu verlegen. Diese Anfrage werde geprüft, sagte Strucks Sprecher in Berlin.

In Lemwerder hatte Struck erläutert, innerhalb der Operation "Active Endeavour" sei es Aufgabe der deutschen Marine-Einheiten, gerade in der Meerenge zwischen Europa und Afrika die Handelsschifffahrt zu schützen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg auch verstärkte terroristische Aktivitäten über Wasser erfolgten.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums hatte vor der Bundespressekonferenz betont, die Bundesregierung habe gegenwärtig keine Pläne, Schnellboote als Geleitschutz für die Schiffe von Alliierten nach Gibraltar zu schicken. Anfang März 2003 hatte die NATO auf Anfrage der USA entschieden, die Operation auf das westliche Mittelmeer auszuweiten.

Der SPIEGEL hatte am Wochenende berichtet, die Schiffe sollten gemeinsam mit Patrouillenbooten aus Norwegen und Dänemark Angriffe von Terroristen auf den internationalen Seeverkehr in der Meerenge zwischen Spanien und Marokko verhindern. Als Reaktion auf den SPIEGEL-Bericht hatte ein Sprecher des Ministeriums betont, zunächst müsse die NATO noch darüber entscheiden, welches Land an der Operation zur Terrorabwehr teilnehmen solle. Der Einsatz würde nach seinen Worten den Geleitschutz für alliierte Kriegsschiffe einschließen, die sich auf dem Weg an den Golf befinden. Über eine mögliche Beteiligung der Bundesmarine werde voraussichtlich in dieser Woche entschieden.



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