Studie Fast jeder dritte Schüler denkt fremdenfeindlich

Es ist eine Studie mit erschütterndem Ergebnis: Unter deutschen Jugendlichen sind fremdenfeindliche Vorurteile offenbar weitverbreitet. Bei einer Erhebung für die Innenministerkonferenz gab jeder dritte Schüler an, dass es in Deutschland zu viele Ausländer gebe.


Osnabrück - In Deutschland zieht sich die Fremdenfeindlichkeit offenbar quer durch alle Schulformen. Eine bisher noch vertrauliche Studie des Bundesinnenministeriums und des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachen hat ergeben: Fast jeder dritte deutsche Schüler stimmt der Aussage, es gebe in Deutschland zu viele Ausländer, "voll und ganz" zu. Ein weiteres Drittel der Befragten stimme dem "eher zu".

Zudem ließe fast jeder fünfte der befragten Neuntklässler islamfeindliche Einstellungen erkennen, berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung". Jeder 13. Jugendliche räume ein, schon mal eine Straftat mit rechtem Hintergrund begangen zu haben, zum Beispiel Hakenkreuz-Schmierereien oder Angriffe auf das Eigentum von Ausländern.

Publiziert wurden die Ergebnisse in einem Report für die derzeit tagende Innenministerkonferenz. In dem Forschungsprojekt von Innenministerium und KFN zum Thema Jugendkriminalität werden 50.000 Neuntklässler verschiedener Nationalitäten in 61 zufällig ausgewählten Städten und Landkreisen befragt. Bisher liegen nach Angaben der Forscher mehr als 30.000 beantwortete Fragebögen vor.

ssu/rge/AP/dpa



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